Unsere Veranstaltungen

  • Landesbereich I
  • Mi, 08. November 2017

    Lübeck

    Vortrag und Diskussion
    "Europäische Interessen
    in der Sahel-Zone?"
     
     
  • Landesbereich II
  • Fr, 20. Oktober 2017

    Celle/Lachendorf

    Dämmerschoppen mit
    sicherheitspolitischem Vortrag
    "Der neue Schützenpanzer PUMA –
    Praktische Erfahrungen
    eines Ausbilders"
  • Landesbereich II
  • Do, 09. November 2017

    Wilhelmshaven - Friesland

    Vortrag und Diskussion
    "Das neue Machtzentrum:
    Russland – Türkei - Iran?"
     
     
  • Landesbereich II
  • Do, 09. November 2017

    Delmenhorst

    Vortrag und Diskussion
    "Im malischen Treibsand -
    deutsches Engagement in der Wüste"
     
     
  • Landesbereich II
  • Mi, 15. November 2017

    Elbe - Weser

    Vortrag und Diskussion
    "Deutschland und Frankreich haben
    gewählt! Was bedeutet dies
    für die Zukunft Europas?"
     
  • Landesbereich II
  • Mi, 22. November 2017

    Delmenhorst

    Vortrag und Diskussion
    "China - eine fragile
    Großmacht"
     
     
  • Landesbereich II
  • Sa, 25. November 2017

    Bremen

    3. Bremer Symposium zur Sicherheit
    des GSP-Landesbereichs II
    "Afrika - Migration oder Aufbruch?"
    im Haus Schütting
     
  • Landesbereich II
  • Mo, 27. November 2017

    Oldenburg

    Vortrag und Diskussion
    "Die Stabilität der globalen
    Finanzmärkte angesichts des
    weltweiten Schuldenanstiegs"
     
  • Landesbereich III
  • Sa, 04. November 2017

    Minden

    7. Schaumburger Plattform
    "Medien und Sicherheit"
    im Hubschraubermuseum
    Bückeburg
     
  • Landesbereich III
  • Di, 14. November 2017

    Lippstadt

    Vortrag und Diskussion
    "Frankreich nach den Wahlen –
    Chancen und Herausforderungen"
     
     
  • Landesbereich III
  • Do, 23. November 2017

    Wuppertal - Bergisch Land

    Vortrag und Diskussion
    "Der militärische Griff
    des Islam nach Europa"
     
     
  • Landesbereich III
  • Di, 28. November 2017

    Rheine

    Vortrag und Diskussion
    "Medien zwischen 4. Gewalt und Fakenews
    - Falschmeldungen, Fakenews und Hoaxes"
     
     
  • Landesbereich IV
  • Mi, 18. Oktober 2017

    Waldeck - Frankenberg

    Vortrag und Diskussion
    "Offene Gesellschaft und aktuelle
    Aspekte der Inneren Sicherheit -
    Islamismus, Rechtsextremismus,
    Reichsbürger"
  • Landesbereich IV
  • Do, 19. Oktober 2017

    Wolfhagen - Hofgeismar

    Vortrag und Diskussion
    "Die aktuellen Einsätze
    der Bundeswehr"
     
     
  • Landesbereich IV
  • So, 22. Oktober 2017

    Saar

    Podiumsdiskussion
    " 'Allez les Bleus' -
    Die Zukunft Frankreichs
    nach den Wahlen"
     
  • Landesbereich IV
  • Di, 24. Oktober 2017

    Koblenz

    Vortrag und Diskussion
    "Der Cyber-Krieg als neue sicher-
    heitspolitische Herausforderung
    unter besonderer Berücksichtigung
    rechtlicher Aspekte"
  • Landesbereich IV
  • Di, 24. Oktober 2017

    Fritzlar - Schwalm-Eder

    Vortrag und Diskussion
    "Was wird aus Europa?"
    mit Prof. Dr. Thomas Jäger
     
     
  • Landesbereich IV
  • Mi, 08. November 2017

    Rhein - Main

    Sektionsabend
    "Das sicherheitspolitische
    Gespräch beim Bier"
    im PAULANER Wiesbaden
     
  • Landesbereich IV
  • Mi, 15. November 2017

    Fulda

    Vortrag und Diskussion
    "Die Lage der Kurden
    zwischen allen Fronten"
     
     
  • Landesbereich IV
  • Do, 16. November 2017

    Bad Neuenahr - Ahrweiler

    Vortrag und Diskussion
    "Steht der Nahe Osten
    vor dem Abgrund?"
     
     
  • Landesbereich IV
  • Mi, 29. November 2017

    Koblenz

    Vortrag und Diskussion
    "Alte/Neue Großmacht Russland?
    Perspektiven am Beginn
    des 21. Jahrhunderts"
     
  • Landesbereich IV
  • Sa, 02. Dezember 2017

    Rhein - Main

    Jahresabschluss mit Vortrag
    "Luther und Krieg -

    'Kann ein Krieger selig werden?'

     
     
  • Landesbereich IV
  • Do, 14. Dezember 2017

    Fulda

    Vortrag und Diskussion
    "Die Zukunft der transatlantischen
    Beziehungen unter Präsident Trump"
     
     
  • Landesbereich V
  • Sa, 21. Oktober 2017

    LB V - Bad Dürrheim

    VdRBw - GSP
    Sicherheitspolitisches Seminar
    "Global geopolitische
    Herausforderungen"
     
  • Landesbereich V
  • Mi, 25. Oktober 2017

    Ostwürttemberg

    Exkursion
    zum Truppenübungsplatz
    Hohenfels/Oberpfalz
     
     
  • Landesbereich V
  • Sa, 04. November 2017

    Ostwürttemberg

    Militärhistorische Exkursion
    und Vortrag
    "Schlacht von Elchingen
    am 14.10.1805"
     
  • Landesbereich V
  • Sa, 04. November 2017

    Ulm

    Militärhistorische Exkursion
    und Vortrag
    "Schlacht von Elchingen
    am 14.10.1805"
     
  • Landesbereich V
  • Di, 21. November 2017

    Sigmaringen - Heuberg

    Vortrag und Diskussion
    "Die sicherheitspolitischen Heraus-
    forderungen für Deutschlands
    angesichts des Wandels
    - USA – Brexit- Frankreich"
  • Landesbereich VI
  • Sa, 28. Oktober 2017

    Augsburg-Lechfeld

    3. Augsburger Sicherheitsdialog
    "Afrika zwischen Staatsversagen,
    Massenmigration und Hoffnung"
     
     
  • Landesbereich VII
  • Mi, 18. Oktober 2017

    Erfurt

    Vortrag und Gespräch
    "Sicherheits- und
    Verteidigungspolitik
    im Digitalen Zeitalter"
     
  • Landesbereich VII
  • Mi, 18. Oktober 2017

    Potsdam

    Vortrag und Gespräch
    " Nicht abwehrbereit -
    Vorschläge für eine tiefgreifende
    Reform der Bundeswehr"
     
  • Landesbereich VII
  • Do, 19. Oktober 2017

    Strausberg - K. Wusterhsn

    Informationsbesuch
    bei der Botschaft der
    Republik Österreich
     
     
  • Landesbereich VII
  • Mo, 23. Oktober 2017

    Burgenlandkreis

    Vortrag und Diskussion
    "Die Anfangsbilanz der Admini-
    stration Trump - Fortschritt
    oder Rückschritt?"
     
  • Sektion Berlin
  • Di, 24. Oktober 2017

    Berlin

    Vortrag und Diskussion
    "Rüstungskontrolle
    in Zeiten globalen Wandels"
     
     
  • Sektion Bonn
  • Di, 24. Oktober 2017

    Bonn

    Vortrag und Diskussion
    "Sun Tzu des Cyberkrieges"
     
     
     
  • Posterausstellung

    Buchrezensionen

    Wir erinnern

    Volksaufstand 1956

    Sowjetische Panzer walzen
    Ungarns Traum von Freiheit nieder

    Von Peter E. Uhde
    FOTO: FORTEPAN / Nagy Gyula
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    60 Jahre Bundeswehr

    Vom Master Sergeant zum Rekrut

    Aus kleinen Anfängen zur starken Truppe
    Von Peter E. Uhde
    Foto: Bundesarchiv
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    Himmerod - Oktober 1955:

    Im Eifelkloster wird „geheim“ gedacht

    Von Peter E. Uhde
    Foto: Langec
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    September 1955:

    Adenauer erstmals in Moskau

    Von Peter E. Uhde
    Foto: Bundesarchiv
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    Mitte 1955:

    Grundlagen für den Bundeswehraufbau 1955

    Von Peter E. Uhde
    Foto: Bundesarchiv
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    7. Juni 1955:

    Drei neue Minister -
    Blank, von Brentano, von Merkatz

    Von Peter E. Uhde
    Fotos: Bw/KAS/ACDP
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    1. Mai 1960:

    U-2 über UdSSR abgeschossen

    Von Peter E. Uhde
    Foto: CIA
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    Die Brücke von Torgau 1945:

    Begegnung an der Elbe

    Von Peter E. Uhde
    Foto: Allan Jackson
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    Stockholm, 24. April 1975

    OTL i.G. von Mirbach ermordet

    Von Peter E. Uhde
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    Korea

    Der nicht beendete Krieg

    Von Peter E. Uhde
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    Jalta 1945:

    Konferenz der „Großen Drei“

    Von Peter E. Uhde
    Foto: USA C-543 (Color)
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    Rumänien 1989:

    Das Ende des Ceausescu-Regimes

    Von Peter E. Uhde
    Foto: Rainer Mittelstädt
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    Ohne Appell und Parade:

    Auflösung des Warschauer Pakts 1991

    Von Peter E. Uhde
    WP-Logo: Fenn-O-maniC
    WP-Map - Lizenz: CC BY-SA 3.0
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    Unser Leitbild

    Organ der GSP

    Partner der GSP

    Veranstaltung

    Russland verstehen – geht das?

    Eine Vorschau auf den 2. GSP-Sicherheitsdialog am 2. November 2017 in Berlin

    Von Kersten Lahl

    Wer erinnert sich nicht an die Zeit der 90er Jahre, als die Mauer längst gefallen, die Sowjetunion aufgelöst und der Kalte Krieg beendet war? Große Hoffnungen haben sich auf allen Seiten mit dieser so unerwarteten wie glücklichen Entwicklung verbunden: Ein Europa ohne ideologischen Wettstreit, ohne Angst vor einem weiteren Krieg, ohne Stacheldraht, ohne Wettrüsten und ohne unversöhnliche West-0st-Polarität. Also eine quasi paradiesische Welt der Friedfertigkeit und des alternativlosen Durchbruchs von Freiheit und Demokratie. Ein Europa auch, in dem sich endlich friedliche Synergien zwischen Russland und uns zum Wohle aller Seiten entfalten und auswirken können.

    Heute wissen wir, wie selten Träume die Realität widerspiegeln. Nun ist es nicht so, als hätte sich nichts gebessert zwischen Ost und West seit den hochriskanten Dekaden der Nachkriegszeit. Aber gleichzeitig erleben wir wieder einmal eine Welt der Krisen und Konflikte, voller Gewalt und Terror, neuer Asymmetrien und geopolitischer Machtkämpfe. Kurz: Eine Welt in Unordnung. Und das nun wieder verdächtig gespannte Verhältnis zwischen EU und Nato auf der einen und Russland auf der anderen Seite gehört dazu.

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    Grafik: Russland - © jro-grafik – fotolia.com

    Buchrezension

    Führungsmacht Deutschland

    Strategie ohne Angst und Anmaßung

    Eine Buchbesprechung von Heinz Neubauer

    Ein Essay soll eine anregende Abhandlung über ein eher abstraktes Thema sein, weniger wissenschaftlich grundiert, eher gut lesbar und so den Leser anregend. – Wohl an, dies ist dem Autorenduo Leon Mangasarian und Jan Techau geglückt. Rechtzeitig zu den nach der Bundestagswahl anstehenden Verhandlungen in Deutschland und in der NATO formulieren sie das Konzept ‚servant leadership‘ (wörtlich: „dienende Führung“) für eine neue, erweiterte Rolle Deutschlands.

    Ausgangsbasis für die Betrachtungen ist die besondere Situation Deutschlands, dessen Sicherheit und Stabilität nach dem Zweiten Weltkrieg und dem totalen Zusammenbruch von anderen Mächten in Europa und dem transatlantischen Nordamerika gewährleistet worden ist. Freiheit, Frieden, Demokratie und Wohlstand, schließlich die Wiedervereinigung waren erreichbar, weil die Schutzmacht Amerika für Stabilität sorgte. Heute – nach sieben Jahrzehnten in der Nische ohne eigene Strategie – droht dieser Stabilitätsanker wegzubrechen. Die Autoren empfehlen eine Strategie, mit der Deutschland eine neue Verantwortung ohne Angst und Anmaßung gelingen kann. – Und: Deutschland muss führen, da sind die beiden Autoren mehr als überzeugt, nachdem die wirtschaftliche Schwäche Frankreichs, das Brexit-Abenteuer Großbritanniens und das Trumpsche Irrlicht keine andere Wahl lassen.

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    Zur Diskussion gestellt

    Deutsch-türkische Zwickmühle

    Von Kersten Lahl
    GenLt a.D. Kersten Lahl

    Dilemmata in der Sicherheitspolitik gehören zum Normalfall. Die Suche nach tragbaren Lösungen ist fast immer begleitet von Risiken oder negativen Seiteneffekten. Das macht den Entscheidungsprozess so spannend, aber eben auch so komplex und damit schwierig. Die aktuelle Lage um das Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei zeigt das überdeutlich.

    Die klimatische Zerrüttung zwischen beiden Ländern darf man als einzigartig bezeichnen. Sie ist ganz offensichtlich getrieben von vorwiegend innenpolitisch begründeten Motiven des türkischen Präsidenten, der in seinem Streben nach persönlichem Machtausbau vor nichts Halt macht und dabei auch den Begriff Partnerschaft neu definiert. Vieles davon ist reine Rhetorik und narzisstische Kraftmeierei, die man tunlichst nicht allzu ernst nehmen und damit ins Leere laufen lassen sollte. Aber inzwischen geht es leider auch an die Substanz. Gerade für Deutschland ist das misslich, da in diesem speziellen Fall nicht nur die Außenpolitik, sondern auch die innere Balance berührt ist. Schließlich leben mehrere Millionen Mitbürger mit türkischen Wurzeln bei uns, und dies oft quasi zwischen den Fronten.

    Spätestens seit den aus unserer Sicht so merkwürdig überzogenen Reaktionen Erdogans nach dem Putsch im Sommer 2016 stellt sich nun eine besonders heikle Frage im deutsch-türkischen Verhältnis: Wie halten wir es künftig mit den Rüstungsexporten in dieses Land, das ja immerhin ein wichtiger Nato-Partner ist? Spontan sagt derzeit wohl so mancher: Das geht gar nicht mehr! Dennoch sind wir nicht schlecht beraten, uns die verschiedenen Argumente ganz nüchtern und sachlich vor Augen zu führen, bevor wir uns eine Meinung aus dem Bauch heraus oder im berechtigten Zorn bilden.

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    Buchrezension

    Kein Abschied vom Soldaten

    Die Geschichte der Bundeswehr

    Von Peter E. Uhde

    Ausgehend vom Gründungsjahr 1955 besteht die Bundeswehr nun 62 Jahre. Militärische Feiern zum 50. und auch zum 60. Jahrestag hat es gegeben. Welche Gründe gibt es nun „Die Geschichte der Bundeswehr“ zu veröffentlichen? Waren es in den letzten Monaten die Diskussionen „um die Streitkräfte“, die den Autor zu diesem Schritt veranlasst haben, oder wollte er der Öffentlichkeit den Zugang zur Armee eröffnen?

    Nach zivilen Hilfseinsätzen stiegen die Zustimmungswerte

    Das Geschichtsbuch, so kann man es durchaus nennen, ist in zehn Kapitel gegliedert. Vorangestellt eine Einleitung, die treffend „Die Bundeswehr – Wandel und Kontinuität“ – überschrieben ist. Ein Soldat, der durch ein Fernglas blickt, fragt „Quo vadis Bundeswehr“. Diese Frage zieht sich durch den Bildband. Immer wenn Soldaten sich im zivilen Einsatz für die Bürger betätigt haben, z.B.bei der Flutkatastrophe 1962 in Hamburg, beim „Wunder von Hohenwutzen“ 1997 oder beim Hilfseinsatz 2016 bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise, steigt die Zustimmung für die Streitkräfte. Aber auch auf soziale und politische „Verspannungen“ im Verhältnis zu den Streitkräften wird in der Einleitung hingewiesen. „Bis heute haben sich Skepsis und Distanz in der Mitte und Ablehnung auf dem linken Rand des politischen Spektrums gehalten, wenn auch die Meinungsumfragen schon seit Jahrzehnten beachtlich hohe Zustimmungsraten zur Bundeswehr ergeben“.

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    Zur Diskussion gestellt

    Vergiftetes Angebot Putins?

    Von Kersten Lahl
    GenLt a.D. Kersten Lahl

    Am 2. November befasst sich der 2. GSP-Sicherheitsdialog in Berlin mit einem brisanten Thema. Die Frage lautet schlicht und einfach: „Russland verstehen – geht das?“ Nun, offenbar möchte uns Präsident Putin die Antwort etwas erleichtern. Oder erschwert er sie eher? Aktuell hat Russland Medienberichten zufolge angekündigt, in den Vereinten Nationen eine Resolution mit dem Ziel einbringen zu wollen, die OSZE-Beobachtermission in der Ostukraine durch UN-Friedenstruppen abzusichern. Nach russischen Vorstellungen soll dies (nur) entlang der Grenzen erfolgen. Und russische Truppen – davon darf man ausgehen – sollen natürlich am UN-Mandat aktiv beteiligt sein.

    Wie ist dieses überraschende Angebot zu werten?

    Auf der positiven Seite darf man der Initiative das Potenzial zubilligen, endlich wieder etwas Bewegung in den doch ziemlich festgefahrenen Prozess um die Zukunft der Ukraine zu bringen. Moskau hatte sich in der Frage eines bewaffneten UN-Mandats in dieser Region bisher nicht extrem aufgeschlossen gezeigt. Man könnte daher sagen: Vielleicht bringt uns das einer Umsetzung der Minsker Vereinbarungen endlich entscheidend näher. Der deutsche Außenminister wird bereits mit der Aussage zitiert, dies könne eine neue Phase der Entspannung mit Russland und sogar einen ersten Schritt zum Abbau der Sanktionen bedeuten. Warum sollte auch nicht einiges für diese optimistische Annahme sprechen?

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    Zur Diskussion gestellt

    Blick in den Abgrund: Nordkorea im Fokus

    Von Kersten Lahl
    GenLt a.D. Kersten Lahl

    Rund zweihundert Tage ist Präsident Trump im Amt. Viel wurde in dieser kurzen Zeit über ihn und seine von ihm selbst eitel gepriesenen Eigenschaften geschrieben. Die Zweifel waren von Anfang an so übermächtig wie angebracht. Aber zumindest durfte sich die Welt glücklich schätzen, dass es bisher keine wirklich kritische Lage gab, in der sich seine Weisheit und Führung auch in der Praxis beweisen mussten. Das hat sich nun geändert.

    Die (noch) verbale Auseinandersetzung um Nordkorea eskaliert in einem Maß, das Schlimmstes befürchten lässt. Die USA und das diktatorische Regime Kim Jong-un drohen sich gegenseitig in eine Situation zu manövrieren, die kaum noch einen einigermaßen gangbaren Ausweg offenlässt. Vor allem beobachtet man mit Sorge, wie ein ungebremster Automatismus, gespeist aus psychologischen Ego-Motiven beider Seiten, jeden friedlichen Ausgleich zu verdrängen scheint. Wieder einmal beginnt die verzweifelte Suche nach einer gesichtswahrenden Lösung, die alle Seiten als akzeptabel empfinden. Das aber wird von Tag zu Tag schwieriger. Man fragt sich: Wo stehen wir aktuell? Was sind eigentlich die Ziele? Wo liegen Handlungsoptionen? Das alles ist derzeit schwer zu beantworten.

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    Clausewitz-Tagung 2017 in Hamburg

    Die sicherheitspolitische Instabilität nimmt zu

    Von Peter E. Uhde

    Teil I

    Die 51. Sicherheitspolitische Informationstagung der Clausewitz- Gesellschaft fand Mitte Juli an der Führungsakademie der Bundeswehr statt. Das Hauptthema war „Die Rolle der USA in einer Welt im Wandel – Hat die bisherige Sicherheitsordnung noch Zukunft?“. Wer sich dieser Fragestellung verschreibt, muss schon „schwere Geschütze“ – sprich Referenten ans Rednerpult und in die Panels – holen, um den Zuhörerkreis nicht zu enttäuschen. Das Resümee wird am Schluss gezogen. Zwei Beiträge befassen sich mit der Veranstaltung.

    Die Ausbildung für den Generalstabsdienst wird angepasst

    Kurt Hermann1 und Carsten Stawitzki2 begrüßten und begründeten die thematische Schwerpunktsetzung im nach dem ehemaligen Verteidigungsminister und Generalsekretär der NATO benannten Manfred-Wörner-Zentrum. Insbesondere soll das aktuelle und künftige Verhältnis Deutschlands und Europas zu den USA im Kontext der sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen und Herausforderungen stehen. Als Hausherr informierte Stawitzki eingangs über die Veränderungen in der Ausbildung der zukünftigen Offiziere für den Generalstabsdienst. Das sind etwa 1500 der Stabsoffiziere der Bundeswehr, die in Hamburg eine zweijährige Ausbildung zum Führungsgehilfen durchlaufen. Der größte Teil der Zuhörer hatte einmal in Hamburg die „Schulbank“ gedrückt. Aber nicht nur aus diesem Teilnehmerkreis kamen die Zuhörer. Offiziere der Reserve aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und andere sicherheitspolitisch Interessierte Frauen und Männer bildeten den gut einhundert Personen umfassenden Zuhörerkreis.

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    Clausewitz-Tagung 2017 in Hamburg

    Die sicherheitspolitische Instabilität nimmt zu

    Von Peter E. Uhde

    Teil II

    v.l.: Stefan Fröhlich, Elmar Brok, Klaus Ohlshausen. Andrew Blair Denison, Edith Hrdá - Foto: Uhde

    Nationalstaatlichen Interessen rücken wieder in den Vordergrund

    Mit dem nächsten Panel zum Thema, welche Rolle spielt die USA in einer Welt im Wandel, hat die bisherige Sicherheitsordnung noch Zukunft, wurde die Tagung am nächsten Tag fortgesetzt. Elmar Brok14, Botschafterin Edita Hrdá15, Blair Denison16, Stefan Fröhlich17 und Klaus Olshausen18 waren die Teilnehmer. Europäische Politik ist „Politik mit unterschiedlichen Interessen“, „Europa ist aber auch Realität“ geworden“. Kein Nationalstaat kann die heutigen Probleme alleine lösen. Der Blick nach Großbritannien lässt nichts Gutes ahnen, für das Land aber auch für die Union. Verschiedene Wählergruppen bezweifeln, ob die augenblicklichen Regierungen die Instrumente zur Bewältigung von Krisen haben, siehe Flüchtlingskrise. Kritisch wurde die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) bewertet, Europa hat keine Armee hinter sich. Hier bedarf es mehr Anstrengungen und diese sind teuer. Zur Sprache kam auch Deutschlands Exportüberschuss, der von den USA kritisch gesehen wird. Die Abhängigkeit von den USA, gerade auch im Cyberschutz, wird weiter bestehen bleiben. Die Fortentwicklung der Währungs- und Wirtschaftsunion hat vielleicht durch den amerikanischen Präsidenten einen Schub erhalten. Europa ist inzwischen eine Schicksalsgemeinschaft, die Jugend will Europa, das ist immer wieder festzustellen. Wirtschaftlich ist die Europäische Union ein Machtfaktor. Für Großbritannien, das aus dem Binnenmarkt ausscheiden will, werden die Folgen negativ sein.

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    Zur Diskussion gestellt

    Zwei Prozent – ein Wahlkampfthema?

    Von Servatius Maeßen
    GenMaj a.D. Servatius Maeßen

    Gerechtigkeit, Altersarmut, Flüchtlinge – nichts verfängt so richtig im Finale zum Bundestagswahlkampf 2017. Und nun taucht ein anderes Thema wieder auf, dass die Emotionen so richtig in Wallung bringen kann: Steigerung des Verteidigungsetats von 1,26% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) mittelfristig auf die dem Bündnis zugesagten 2%.

    Die Verteidigungsministerin plädiert dafür, der Außenminister argumentiert dagegen. Sie gehören beide zur Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD, die als Regierungsverantwortliche beim NATO-Gipfel in Wales dieser Vereinbarung einvernehmlich zugestimmt haben. Aber der Wahlkampf folgt anderen Gesetzen: Was kümmert mich meine Position von gestern, wenn sie mir heute beim Ringen um Wählerstimmen nicht hilfreich ist?

    Das eigentlich Bedenkliche aber ist, dass diese einseitige Attitude bei einem Teil der Wählerinnen und Wähler ankommt. Der schleichende, ideologiefreie und egoistisch gesteuerte Pazifismus in unserem Land folgt bereitwillig Parolen wie „Bildung statt Rüstung“ und reflektiert nicht die Forderung „Bildung u n d Sicherheitsvorsorge“. Das Wahlkampfthema „2 Prozent“ ist gut für 2% plus bei der einen und 2% minus bei der anderen Partei.

    Es ist höchste Zeit, die Diskussion um die 2%-Steigerung zur Sicherheitsvorsorge zu versachlichen und zu erweitern. Wenn doch weitgehend Einvernehmen besteht, dass folgende Faktoren unsere Sicherheit bedrohen, nämlich,
    - Militärische Gewalt,
    - Proliferation,
    - Terrorismus,
    - Migration,
    - Internationale Kriminalität,
    dann wäre es doch angebracht, Aktivitäten und Investitionen zum Schutz vor diesen Risiken ressortübergreifend und Bund/Länder-gemeinsam zusammenzufassen und die Kosten in Relation zum BIP zu setzen. Das wäre auch gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern ehrlicher, die doch Schutz und Sicherheit wollen, egal, welcher Art die Bedrohung ist. Und das „Wahlvolk“ hat trotz des weit verbreiteten Desinteresses an sicherheitspolitischen Zusammenhängen ein feines Gespür dafür, dass „Bildung plus Sicherheit“ besser ist als „Bildung statt Sicherheit“.

     

    Wachsamkeit für Frieden und Freiheit

    Präsentation des neusten Buches von Johannes Varwick

    Von Peter E. Uhde
    Gesprächsrunde bei der Buchpräsentation: Jürgen Bornemann (GL a.D.), Volker Rühe, Rainer Glatz (GL a.D.), Johannes Varwick, Moderation Werner Sonne (Journalist) v.l. - Foto: Peter E. Uhde

    Die Sonne hatte an einem Junitag den Theodor-Haubach-Saal im Bundespresseamt zur Präsentation des neusten Buches von Johannes Varwick aufgeheizt. Es hat den knappen Titel: NATO in (Un-) Ordnung. Das sagt noch nicht viel, daher die erklärende Unterzeile: „Wie transatlantische Sicherheit neu verhandelt wird.“

    Nicht erst seit dem Amtsantritt des 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump ist das atlantische Bündnis im Blickfeld und Gespräch der Öffentlichkeit. Die sicherheitspolitische Weltlage hat sich verändert, manche Beobachter sagen dramatisch. Die nach Ende des Kalten Krieges und der Auflösung des Warschauer Paktes erhoffte Friedensdividende, hatte nicht die erhoffte positive Rendite gebracht. Das Gegenteil ist eingetreten, sie ist in Minus gerutscht. In den letzten Jahren sind Krisen, Konflikte und Kriege rund um den Globus vermehrt aufgetreten und es sieht nicht danach aus, dass sie sich verringern werden. Diese Entwicklung hat die Bedeutung der 1949 gegründeten Nordatlantischen Allianz als politische und militärische Sicherheitsorganisation wieder stärker in den Vordergrund gerückt. Das Buch von Professor Dr. Johannes Varwick, er lehrt Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Universität Halle-Wittenberg, kommt daher zu einem aktuellen Zeitpunkt, um sich mit der Geschichte und der Zukunft des transatlantischen Bündnisses zu befassen.

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    13. Petersberger Gespräche zur Sicherheit

    Die Internationale Ordnung im Umbruch

    Von Peter E. Uhde
    • Begrüßung durch Wolfgang Hellmich MdB, Verteidigungsausschussvorsitzender des Deutschen Bundestages - Foto: Reiner Wehnes

    • Volles Haus im Hotel Maritim trotz Urlaubszeit - Foto: Reiner Wehnes

    • Keynote von Staatssekretär Walter J. Lindner, Auswärtiges Amt - Foto: Reinhold Hocke

    • Das Vormittags-Panel: v.l. Klaus Beck, Bundesvorstandssekretär DGB; Dr. Almut Wieland-Karimi, Direktorin ZIF; Joachim Schaprian (Moderator); Ministerialdirigent Dr. Rüdiger Huth, stellv. Abteilungsleiter Politik im BMVg; Flottillenadmiral Jürgen Ehle, Leiter Arbeitsbereich Militärpolitik bei der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der EU. - Foto: Reinhold Hocke

    • Angeregte Gespräche in der Mittagspause - Foto: Reiner Wehnes

    • Keynote von Generalleutnant Dieter Warnecke, Abteilungsleiter Strategie und Einsatz im BMVg - Foto: Reiner Wehnes

    • Das Nachmittags-Panel: v.l. MdB Wolfgang Hellmich; GSP-Präsidentin Ulrike Merten; Joachim Schaprian (Moderator); Dr. Hans-Peter Bartels, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages; Oberstleutnant André Wüstner, Vorsitzender des Deutschen BundeswehrVerbandes und der Karl-Theodor-Molinari-Stiftung - Foto: Reiner Wehnes

    • Viele Fragen aus dem Publikum bereicherten die Veranstaltung - Foto: Reiner Wehnes

    • Erinnerungsfoto mit 40 Studenten aus Köln, die der Veranstaltung beiwohnten - Foto: Reiner Wehnes

    Das Thema der nunmehr 13. Petersberger Gespräche zur Sicherheit lautete „Internationale Ordnung im Umbruch“. Darunter kann man sich vieles vorstellen: Doch der Untertitel auf der Einladung war ergänzt: „Aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der deutschen und europäischen Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik“. Damit war der Rahmen der am 1. Juli in Königswinter stattgefundenen Veranstaltung abgesteckt. Wegen einer Grundrenovierung der Rotunde im Steigenberger Grandhotel auf dem Petersberg hatten sich die rund 300 Veranstaltungsteilnehmer in diesem Jahr an seinem „Fuße“, im Hotel Maritim Königswinter getroffen. Gemeinsam organisiert vom Team des Vorsitzenden des Verteidigungsausschuss Wolfgang Hellmich, der Gesellschaft für Sicherheitspolitik und der Karl-Theodor-Molinari-Stiftung des Deutschen BundeswehrVerbandes, hat diese Veranstaltungsreihe ihre „treue“ Zuhörerschaft.

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    Zur Diskussion gestellt

    Afghanistan – eine never ending story?

    Von Kersten Lahl
    GenLt a.D. Kersten Lahl

    I. Der Blick in die Geschichtsbücher ersetzt nicht ein eigenes Urteil. Aber bisweilen lohnt er durchaus. Immer wieder findet man im Nachhinein nicht nur erstaunliche Parallelen, son-dern auch einleuchtende Erklärungsmuster. Historische Ereignisse wiederholen sich in der Regel nicht eins zu eins – das wäre zu einfach. Aber sie machen bisweilen Zusammenhänge deutlich und regen generell zu Vorsicht an.

    Hätten wir es also besser wissen müssen, wenn es um den Einsatz der Nato in Afghanistan geht? Waren die Erfahrungen der Briten im Zuge des Great Game im 19. und 20. Jahrhundert sowie der Sowjets in den 80er Jahren nicht Warnung genug? Glaubte oder glaubt ernsthaft jemand, die Afghanen ließen sich ein Staats- und Gesellschaftssystem einreden, das ihren eigenen traditionellen Wertvorstellungen nur bedingt entspricht? Nein, wir haben es durchaus geahnt. Warnende Stimmen gab es genug. Aber wir waren nicht wirklich bereit für eine realistische Strategie. Ein unreflektierter Optimismus mit Blick auf scheinbar überlegene militärische Fähigkeiten und weltanschauliche Ansichten – gepaart mit dem berechtigten Wunsch, internationalem Terror nie und nirgends eine Chance zu lassen – verengte unser Blickfeld.

    II. Ja, heute wissen wir es tatsächlich besser. Um es vorsichtig auszudrücken: Mit Ausnahme der allerersten Phase des westlichen militärischen Eingreifens – also unmittelbar nach 9/11 mit dem Zerschlagen bzw. Vertreiben von Al Qaida aus Afghanistan – ernüchtern alle weiteren Ergebnisse arg. So mancher Analyst spricht unverhohlen von einem Scheitern. Und dies trotz eines extrem aufwändigen Engagements (ISAF) mit bis zu 130.000 Soldaten aus bis zu 50 Nationen unter Nato-Führung und mit UN-Mandat. Und auch heute noch stehen am Hin-dukusch rund 12.000 Soldaten in der Nachfolgemission Resolute Support, um die afghanischen Sicherheitskräfte auszubilden und zu unterstützen.

    Kein einziges großes Ziel (salopp könnte man es „Kriegsziel“ nennen) wurde bisher auch nur annähernd erreicht. Weder sind die Taliban oder die diversen Terrornetzwerke besiegt, noch darf man den Staatsaufbau Afghanistans als halbwegs gelungen bezeichnen. Im Gegenteil: Die innere Sicherheitslage wird offenbar von Tag zu Tag prekärer (bezeichnenderweise sogar im Norden!), von einer durchsetzungsstarken zentralen Autorität oder gar einer „Good Governance“ kann man wohl kaum sprechen, und das extrem riskante regionale Konfliktpotenzial (Pakistan, Iran etc.) besteht unverändert. Und noch schlimmer: Es scheint so, als ginge der Trend unaufhaltsam in die unerwünschte Richtung. Nicht alles ist schlecht in Afghanistan, aber vieles irritiert wird von Tag zu Tag mehr.

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    Helmut Kohl: Kanzler der Einheit und Ehrenbürger Europas gestorben

    Von Peter E. Uhde

    Am 1. Oktober 1982 hatte der Deutsche Bundestag Helmut Kohl (52) zum Bundeskanzler gewählt. Er löste Helmut Schmidt (SPD) ab. 25 Jahre war er Parteivorsitzender der Christlich Demokratischen Union Deutschlands. 1990 gelang ihm die Wiedervereinigung, sein Wirken für ein friedliches Europa ist unbestreitbar.

    Seine berufliche Karriere begann in der Industrie, nachdem er das Studium (Geschichte, Rechts- und Staatswissenschaften) mit der Promotion abgeschlossen hatte. Er engagierte sich früh politisch und gehörte zu den Gründern der Jungen Union in Ludwigshafen. Seit 1947 Mitglied der CDU machte er zielstrebig Parteikarriere und wurde 1959 Landtagsabgeordneter.

    Durchsetzung des NATO-Doppelbeschlusses

    Im Mai 1969 wurde er Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz Nun begann er seine Netzwerke in der Bundespolitik zu knüpfen. Ende 1976 ging er als Oppositionsführer nach Bonn. Im September 1982 zerbrach die Koalition aus SPD und FDP, Kohl sah seine Stunde gekommen. Am 1. Oktober wählte ihn der Bundestag zum sechsten und jüngsten Regierungschef.

    Die Außenpolitik wurde seine Domäne. Mit der Durchsetzung des NATO-Doppelbeschlusses im Dezember 1979 verbesserte sich das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Die gemeinsame Initiative von Kohl und Staatspräsident Mitterrand zur Bildung der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungsidentität war ein Baustein der Europäischen Union, das aufgestellte EUROKORPS in Straßburg gehörte dazu.

    Kanzler der Einheit

    Die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung Deutschlands hatte Kohl nie aufgegeben. Am 9. November 1989 fiel die Mauer zwischen beiden deutschen Staaten. Nun setzte er alles auf eine Karte und überzeugte die Verbündeten und die Sowjetunion, dass die Welt von der Wiedervereinigung profitieren würde. Vom 2. auf den 3. Oktober 1990 wurde die deutsche Einheit vor dem Reichstagsgebäude in Berlin gefeiert. Nach der gesamtdeutschen Bundestagswahl am 2. Dezember 1990 begann am 17. Januar 1991 Helmut Kohls dritte Amtsperiode.

    Das Ende der Ära Kohl

    Bei der Bundestagswahl am 27. September 1998 hatte die CDU eine schwere Niederlage erlitten, Kohl übernahm die Verantwortung. Die SPD bildete mit dem Bündnis 90/Die Grünen eine Koalitionsregierung. Am 28. Oktober 1998 endete Kohls Amtszeit, er legte auch den Parteivorsitz nieder und zog sich an seinen Familienwohnsitz in Ludwigshafen/Oggersheim zurück. Seine Frau Hannelore engagierte sich als Vorsitzende der Stiftung „Kuratorium ZNS“ für Schädel-Hirn-Verletzte. Sie hatte unter einer seltenen Lichtallergie gelitten und wählte am 5. Juli 2001 den Freitod.

    Im Februar 2008 erlitt Kohl nach einer Knieoperation bei einem Sturz ein Schädel-Hirn-Trauma, von dem er sich nicht mehr erholte und war von nun an auf den Rollstuhl angewiesen. Im gleichen Jahr heiratete er die 34 Jahre jüngere Maike Richter. Aus der Öffentlichkeit hatte er sich fast zurückgezogen. Auf der Frankfurter Buchmesse 2014 stellte er sein Buch „Aus Sorge um Europa“, das er selbst als sein „europapolitisches Vermächtnis“ bezeichnete, vor.

    Im Alter von 87 Jahren ist Helmut Kohl, ein großer Staatsmann und ein verdienter Europäer, verstorben. Eine von ihm mitgeprägte Epoche deutscher Geschichte geht damit zu Ende.

    Helmut Kohl, 1997 - Foto: Helene C. Stikkel - Gemeinfrei

    Gastvortrag von GSP-Präsidentin Ulrike Merten bei der DWT-Jahrestagung 2017

    Zwischen Trendwende, transatlantischem Bündnis
    und europäischer Autonomie

    - die Bundeswehr zwischen Hammer und Amboss

    GSP-Präsidentin Ulrike Merten referierte bei der DWT-Jahrestagung - Foto: DWT/Bruess

    Die Präsidentin der GSP, Ulrike Merten, übernahm für den verhinderten Vorsitzenden des Verteidigungsausschuss MdB Wolfgang Hellmich, die Key Note bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT). Wir dokumentieren hier eine gekürzte Fassung.

    Der ehemalige Generalinspekteur Harald Kujat hat kürzlich beklagt, die Bundeswehr sei personell wie materiell in einer beklagenswerten Lage. Das ist sicherlich nicht falsch. Mit nur noch 170 000 Berufs- und Zeitsoldaten haben wir es mit der kleinsten Bundeswehr zu tun. 1989 waren es fast 500.000 Soldaten. Nach dem Mauerfall und dem Ende des Kalten Krieges wurden es von Reform zu Reform weniger, gepaart mit Einsparungen, die zu einer strukturellen Unterfinanzierung führten.

    In der irrigen Ansicht, dass Deutschland in Zukunft auf eine rundum schlagkräftige Bundeswehr verzichten könne, wurden Panzerverbände aufgelöst und Kasernen geschlossen. Es wurde auch wertvolle Zeit vertan, die Streitkräfte zukunfts- und aufgabengerecht auszustatten. Zu sehr war man davon überzeugt, Verteidigungspolitik vernachlässigen zu dürfen. Für 9/11, als Beispiel für den internationalen Terrorismus, der inzwischen die gesamte freie Welt bedroht, fehlte die Fantasie und strategische Weitsicht. Aber spätestens der Zerfall Jugoslawiens und der daraus resultierende Kosovo-Konflikt bescherte eine harte Landung in der Realität.

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    Neue Zeitschrift für Sicherheitspolitik erschienen

    Sicherheitspolitische Analysen namhafter Autoren

    Beim Verlag De Gruyter in Berlin ist eine neue sicherheitspolitische Zeitschrift erschienen: "SIRIUS - Zeitschrift für strategische Analysen". Hinter dem Zeitschriftenprojekt stehen das Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (ISPK), die Bundesakademie für Sicherheitspolitik, die Universität der Bundeswehr in München sowie das Center for Security Studies der ETH Zürich. Finanziell wird das Projekt von der gemeinnützigen privaten Stiftung Wissenschaft und Demokratie gefördert.

    SIRIUS – Zeitschrift für Strategische Analysen präsentiert Artikel, die wesentliche strategische Herausforderungen und Optionen deutscher, europäischer und transatlantischer Politik thematisieren und dazu innovative Überlegungen anbieten. Das Spektrum der Themen ist breit und greift nicht nur klassische strategische Fragestellungen auf, sondern reicht von übergreifenden strategischen Fragen bis hin zu Einzelthemen und regionalen Entwicklungen. Auch werden Beiträge erscheinen, die Themen der inneren Sicherheit aufgreifen und Zusammenhänge zwischen innerstaatlichen Entwicklungen und der internationalen Sicherheit behandeln. Die Zeitschrift will auch Texte veröffentlichen, die theoretischer Natur sind. Diese sollten zum Verständnis strategischer Zusammenhänge beitragen. Wesentliche Aufgabe der Zeitschrift ist, in leicht zugänglicher Weise seriöse und dennoch lesbare wissenschaftliche Artikel zu präsentieren, die wirksam zur Versachlichung der deutschen sicherheitspolitischen Debatte beitragen können.

    Beim Verlag ist ein kostenloses Druckexemplar des ersten Heftes erhältlich.

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    Informationssicherheit schützt die Freiheit

    Von Peter E. Uhde

    Gerade schreckte wieder eine Meldung Bankkunden auf, die eine mobile TAN für ihre Bankgeschäfte benutzen: Sicherheit ist nicht gegeben. Diese Meldung war allerdings nicht der Anlass zum Sicherheitspolitischen Forum NRW mit dem Thema: Cybersicherheit – Herausforderung für Staat, Gesellschaft und Wirtschaft in das Wissenschaftszentrum Bonn einzuladen. Dass das Thema Jung und Alt interessiert, zeigte die Zusammensetzung des Publikums im Saal. Als Referenten standen zur Verfügung das Mitglied des Deutschen Bundstages Ulrich Kelber, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, der Präsident des in Bonn ansässigen Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Arne Schönbohm und Brigadegeneral Michael Vetter, Stellvertretender Inspekteur des neu aufgestellten Kommandos Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr.

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    Die Bundeswehr in den Schlagzeilen

    Von Rudolf Horsch
    Rudolf Horsch

    Die Bundeswehr in den Schlagzeilen. Eigentlich sollte man sich drüber freuen. Doch sind diese Schlagzeilen derzeit fast einheitlich mit negativem Vorzeichen versehen, so dass für Zufriedenheit keineswegs Anlass besteht.

    Die Bundeswehr, ein Netzwerk von Rechtsextremisten, eine Truppe mit mangelnder Haltung, Führungsschwäche auf allen Ebenen und mit falschem oder übertriebenem Korpsgeist und erhöhter Macho-Kultur? So die Vorwürfe.

    Pfullendorf, Bad Reichenhall, Sondershausen und Illkirch stehen für Entgleisungen, Dienstvergehen oder gar Straftaten.

    Während die Ereignisse in Sondershausen, Bad Reichenhall und Pfullendorf weitgehend aufgeklärt sind, ist der Fall des Oberleutnants A. noch nicht in Gänze untersucht. Dennoch wird dieser Fall bereits zum Anlass genommen, der Bundeswehr pauschal rechtsextreme Tendenzen zu unterstellen und/oder daraus politisches Kapital zu schlagen.

    Offenbar ist zu diesem Thema aber noch ein „Nachschlag“ zu erwarten, was die Verteidigungsministerin in einem ihrer Statements vage angekündigt hat.

    Der frühere Leiter des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen, Christian Pfeiffer und nicht das hierfür auch prädestinierte Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, soll im Auftrag von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen den inneren Zustand der Streitkräfte in einer groß angelegten Studie mit rund 20.000 Teilnehmern ermitteln.

    Angesichts der noch nicht restlos geklärten Umstände um Oberleutnant A. ist es nicht unproblematisch, hierüber aktuell einen Blog zu eröffnen. Andererseits bewegt die Ungeheuerlichkeit des Vorwurfs über rechtsradikale Tendenzen in der Bundeswehr die Öffentlichkeit und erzwingt geradezu eine solche Diskussion. Dies selbstverständlich auch vor dem Hintergrund der anstehenden Bundestagswahl.

    Bedürfen die Grundätze der Inneren Führung einer Überarbeitung und reicht der Traditionserlass nicht mehr aus, oder genügt es, auf die Einhaltung dieser Vorschriften ein größeres Augenmerk zu werfen?

     
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    Neue Technologien, neue Bedrohungen und neue Methoden der Kriegsführung:

    Herausforderungen für Streitkräfte im Einsatz

    Von Dr. Florian Seiller
    Plädierte für einen Ausbau der technologischen Souveränität Deutschlands in der Verteidigungsforschung: Prof. Dr.-Ing. habil. Jürgen Beyerer, Vorsitzender des Fraunhofer VVS bei seinem Vortrag. - Foto: GSP

    Gefahren durch unkonventionelle Sprengfallen (IEDs, improvised explosive device), Cyberwaffen, elektromagnetische Störeinflüsse gegen Waffensysteme / EMP-Waffen, miniaturisierte Drohnen und Schwarmangriffe, Hochenergielaser (HEL) im Weltraum oder Biowaffen: Das Bedrohungsspektrum, mit denen Streitkräfte gegenwärtig konfrontiert sind bzw. künftig sein werden, ist immens und nimmt im Zuge des rasanten technologischen Fortschritts stetig zu. Disruptive Technologien wie Digitalisierung, Robotik, Autonomik, Künstliche Intelligenz, Nano- und Biotechnologie bieten zwar viele Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft, bergen jedoch auch ein hohes Risikopotenzial. Hinzu kommen neue Methoden der Kriegsführung wie hybride / asymmetrische Bedrohungen und terroristische Attacken. All dies stellt neue Anforderungen an Streitkräfte im Einsatz. Gefragt sind daher innovative Lösungen, Technologien und Schutzkonzepte.

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    SWR2 Journal am Morgen

    Radio - Interviews mit Professor Dr. Varwick zur NATO

    "Ein bisschen Alleingang"

    Professor Dr. Johannes Varwick

    Nach Meinung des Politikwissenschaftlers Johannes Varwick findet die Nato keine Antwort auf das militärische Vorpreschen der USA in Syrien. "Die Stimmung im Bündnis kann man eher als hilflose Zustimmung bezeichnen, es gibt keine Strategie“, so Varwick. Dennoch müsse die Nato künftig "mehr tun, wenn sie relevant bleiben will". Sollte US-Präsident Donald Trump tatsächlich eine neue Front in Syrien aufmachen, werde das Bündnis aufgefordert sein, die USA anderswo zu entlasten, beispielsweise in der Ukraine. Die Brisanz der weltpolitischen Lage zwinge auch Deutschland, aktiver zu werden. "Deutschland kann nicht länger der Zivildienstleistende in der Weltpolitik sein", so Varwick.

    Hören Sie das Interview vom 12.04.2017 auf SWR2 ...

     

    "Ist die NATO "obsolet"? "

    Die Rolle der USA innerhalb der Nato bleibt ungewiss. Die Nato hat sich nach Meinung des Politikwissenschaftlers Johannes Varwick in den vergangenen Jahren neu aufgestellt, „sie muss aber noch besser werden.“ Vor allem bei der Terrorismusbekämpfung sei unklar, welche Rolle sie spielen soll. Die Europäer müssten den USA deutlich machen, dass die Nato keine Antiterror-Organisation sei, „sondern ein politisches Bündnis, wo man Fragen diskutiert und dann Koalitionen schmieden kann“. Die Rolle der USA innerhalb der Nato bleibe ungewiss. „Wir haben gesehen, dass Präsident Donald Trump in vielen Fragen der Politik nicht weiß, was er will“. Das gelte auch für die Nato.

    Hören Sie das Interview vom 31.03.2017 auf SWR2 ...

    Flucht und Migration im Zeichen der Globalisierung

    Ein GSP-Beitrag für die Ahrweiler Freiheitswochen

    Von Kersten Lahl
    • Begrüßung durch Bad Neuenahrs Bürgermeister Guido Orthen. - Foto: Reiner Wehnes

    • Generalleutnant a.D. Kersten Lahl, Vizepräsident der GSP und ehem. BAKS-Präsident führte in das Thema ein. - Foto: Reiner Wehnes

    • vl. Bürgermeister Guido Orthen, Generalleutnant a.D. Kersten Lahl und Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe . - Foto: Reiner Wehnes

    • Hochkarätiges Panel mit der Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, dem Kölner Professor für Internationale Politik Dr. Thomas Jäger und dem Moderator, Generalleutnant a.D. Kersten Lahl. - Foto: Reiner Wehnes

    • 140 Gäste folgten der Einladung zur Podiumsdiskussion. - Foto: Reiner Wehnes

    • Beantwortung von Fragen aus dem Publikum, das in die Diskussion einbezogen wurde. - Foto: Reiner Wehnes

    • Großes Publikumsinteresse im vollbesetzten Rathaussaal. - Foto: Reiner Wehnes

    • Viel Applaus für den scheidenden Sektionsleiter Gerd-Heinz Haverbusch - Foto: Reiner Wehnes

    • Waren erfreut über eine gelungene Veranstaltung: vl. Guido Orthen, Bärbel Dieckmann, Kersten Lahl, GSP-Sektionsleiter Oberst a.D. Gerd-Heinz Haverbusch, GSP-Landesvorsitzender Brigadegeneral a.D. Richard Bulheller, Wolfgang Grambs, Projektleiter der Freiheitswochen. - Foto: Reiner Wehnes

    Dem Bürgermeister von Bad Neuenahr-Ahrweiler Guido Orthen war es wieder einmal eine sichtbare Freude, seinen wunderbaren Rathaussaal für einen bestens besuchten sicherheitspolitischen Abend bereitzustellen. Erneut beteiligte sich die GSP mit einem substanziellen Beitrag an den Ahrweiler Freiheitswochen, die nun in ihrem zweiten Jahr offenbar so richtig Fahrt aufnehmen. Die übergreifende Initiative liegt bei den sog. „Freiheitern“, wobei sich in dem Wortspiel die beiden Signale „frei“ und „heiter“ miteinander verbinden. Nun, heiter konnte es an diesem Abend natürlich nicht werden. Dazu war das Thema viel zu ernst: „Flucht und Migration im Zeichen der Globalisierung.“ Aber um Freiheit (und natürlich Sicherheit) ging es sehr wohl in der hochspannenden Diskussionsveranstaltung mit der Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, dem Kölner Professor Dr. Thomas Jäger und dem Moderator, Generalleutnant a.D. Kersten Lahl.

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    Lesen Sie auch den Beitrag im General-Anzeiger vom 15.03.2017 ...
    Lesen Sie auch den Bericht der Rhein-Zeitung vom 16.03.2017 ...
    Lesen Sie auch den Bericht in Blick aktuell vom 20.03.2017 ...
    Lesen Sie auch den Bericht der Stadtzeitung vom 21.03.2017 ...

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    "Die 2-Prozent-Frage" -
    Europas Sicherheitsaufwendungen

    Von Kersten Lahl
    GenLt a.D. Kersten Lahl

    «Nun sagt, ihr Europäer, wie habt ihr’s mit den zwei Prozent?» Diese Gretchenfrage verknüpfen die USA unter dem neuen Präsidenten Donald Trump mit der Drohung, ihr militärisches Engagement in Europa zu überdenken. Die Aufregung hierzulande ist groß. Manche wollen «verstanden haben», andere versuchen sich herauszuwinden.

    2014 bekräftigte die Nato einvernehmlich, die Verteidigungsausgaben innerhalb einer Dekade auf zwei Prozent des jeweiligen BIP steigern zu wollen. Alle wissen, wie ambitioniert das ist. Über die Hauptadressaten des Ziels besteht dabei kein Zweifel. Derzeit erreichen es nur vier europäische Nato-Staaten. Deutschland als zentrale Macht ist nicht dabei. Es plant zwar für 2017 einen signifikant gesteigerten Etat. Dennoch geht die Bündnisvorgabe bis 2024 in Richtung von dessen Verdoppelung. Das ist schwer vorstellbar. Freilich geht Vertrauen verloren, wenn Vereinbarungen nicht umgesetzt werden.

    Denn für die Nato gilt: Sicherheit ist unteilbar. Wenn die Nato-Bündnis-Raison erhalten bleiben soll, bedarf es einer gerechten Lastenteilung, vor allem in kritischen Zeiten wie diesen: Erstens alarmieren Konflikte südlich des Mittelmeers und im Osten Europas; zweitens drohen wir, die Partner beidseits des Atlantiks, auseinanderzudriften; drittens durchläuft Europa selbst eine Sinnkrise; und viertens schafft Globalisierung neue Gefahren.

    Die Antwort auf all diese Problemlagen lautet «forcierte Gemeinsamkeit», auch wenn das altmodisch klingen mag. Die Trump-Regierung denkt nun eher in Deals als in festen Allianzen. Wenn die Europäer also eine transatlantische Zerrüttung abwehren wollen, dann dürfen sie selbst keine offenen Flanken bieten. Jeder Verdacht, man wolle Verpflichtungen unterlaufen, liefert denjenigen Munition, die das Bündnis als obsolet abstempeln wollen.

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    Wir erinnern

    Lenin reist 1917 durch Deutschland

    Von Peter E. Uhde

    Zu den „Sternstunden der Menschheit“ zählte Stefan Zweig eine Zugreise. Diese führte aus der Schweiz durch Deutschland. Sie begann am Ostermontag, dem 9. April 1917 in Zürich, führte über Schaffhausen, Gottmadingen, Frankfurt/Main, Berlin nach Sassnitz, Trelleborg, Stockholm, durchs Großfürstentum Finnland und endete am 16. April auf dem Finnländischen Bahnhof in Petrograd, dem heutigen Sankt Petersburg. Einer der Fahrgäste der Reichsbahn war Wladimir Iljitsch Uljanow, der sich Lenin nannte. Mit diesem „Tarnnamen“ wird er in die Weltgeschichte eingehen. Ohne seine Rückkehr aus dem Schweizer Exil hätte es die Oktoberrevolution und den Aufbau eines neuen Gesellschafts- und Herrschaftssystems in dem zerfallenden Zarenreich der Romanows nicht gegeben. Eine „Sternstunde“ mit ungeahnten Folgen für Russland und die Welt.

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    Foto: Buch des mitreisenden Schweizer Kommunisten Fritz Platten - Cherubino - Eigenes Werk Lizenz: CC BY-SA 4.0

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    Trump kann es nicht (allein)

    Von Johannes Varwick

    Die Wahl von Donald Trump hat bei der überwiegenden Zahl von Politikern und Analytikern der internationalen Politik zu großer Besorgnis geführt, und ist auch hier im GSP Blog entsprechend kritisch kommentiert worden (siehe u. a. den Beitrag von Kersten Lahl und die Kommentare dazu). Karl Kaiser, langjähriger Kenner der transatlantischen Beziehungen und mein früherer Boss bei der DGAP, sieht im „Rückzug von einer auf Werten begründeten weltpolitischen Ordnungsfunktion der USA“ die gravierendste Folge des Machtantritts Donald Trumps, der „mit einer Mischung von Ignoranz, Inkompetenz und Absicht die bestehende Ordnung zerstört“.

    Nach vier Wochen Amtszeit gibt es immer noch berechtigte Sorgen hinsichtlich der künftigen Ausrichtung der Trump-Administration. Wir sollten aber nicht nur (!) auf diesen oft erratischen, immer impulsiven und für jede Überraschung guten (bzw. schlechten) Präsidenten blicken. Ihm kann wohl zurecht unterstellt werden, dass er keine Ahnung von den Feinheiten und Wirkmechanismen internationaler Politik hat (immerhin ist er dafür auch nicht gewählt worden, auch wenn wir uns das anders gewünscht hätten) und es stimmt: Politik wird von Persönlichkeiten an der Spitze wesentlich geprägt. Das „mindset“ der Führung ist kaum durch untergeordnete Ebenen zu korrigieren bzw. in grundsätzlich andere Bahnen zu lenken. Aber: für die Umsetzung einer grand strategy ist der Präsident auf die Administration angewiesen, und hier lohnt ein genauerer Blick auf sein Kabinett und sein Umfeld. Da sehe ich Licht und Schatten.

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    Bericht der Sektion Elbe-Weser

    Quo Vadis – Türkei ?

    Erkenntnisreiches sicherheitspolitisches Tagesseminar in Bremervörde

    Von Axel Loos
    Dr. Ralf Bambach beim Türkei-Tagesseminar in Bremervörde - Foto: Werner Hinrichs

    Mittlerweile sind die abendlichen Veranstaltungen und Vorträge der Gesellschaft für Sicherheitspolitik eine feste Größe in Bremervörde. Am 23. Februar führte die GSP nun zum ersten Mal ein Tagesseminar durch, das in den Räumlichkeiten des Ostels stattfand. Als Thema stand die Türkei, ihre Geschichte und ihre Zukunft auf dem Programm und somit lautete der Titel „Quo Vadis, Türkei?“.

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    RBB Radio-Interview mit Professor Dr. Johannes Varwick

    „NATO muss ihre Strategie diskutieren“

    Mit großer Spannung wird der Auftritt des neuen US-Verteidigungsministers Mattis bei NATO-Treffen in Brüssel erwartet. Denn die Rolle der USA im Bündnis ist durch diverse Aussagen des neuen US-Präsidenten Trump etwas fraglich geworden. Prof. Johannes Varwick, Experte für Internationale Beziehungen, meint: Die NATO soll die neue Situation als Gelegenheit sehen, die eigene Strategie neu zu diskutieren. Zuletzt habe man sich sehr auf die Bedrohung aus Russland fokussiert und dadurch etwas die Bedrohung aus dem Süden – sprich "Islamischer Staat" – aus dem Blick verloren.

    Interview nachhören ...

    ARD - Pressemitteilung: ARD radiofeature im Februar

    „Terrorwarnung – Ein Feature über IS-Rückkehrer und die Grenzen der Sicherheit“

    Tausende junger Männer und Frauen aus Europa hat der „Islamische Staat“ (IS) zum Kampf in den Nahen Osten gelockt, über 800 davon aus Deutschland. Viele sind schon zurückgekehrt, manche kriegstrainiert und entschlossen, andere desillusioniert oder schwer traumatisiert. Die deutsche Gesellschaft und ihre Behörden haben ein massives Problem: Wie verhindert man die Radikalisierung junger Menschen? Wie erkennt und stoppt man Terroristen?

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    Israel quo vadis?

    Von Kersten Lahl
    GenLt a.D. Kersten Lahl

    In der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik gibt es Themen, die sich zumindest auf offizieller Ebene für eine kontroverse Debatte eher nicht eignen. Die Zukunft Israels gehört dazu, und zwar mit Recht. Deutschland fühlt eine besondere Verpflichtung gegenüber diesem Staat – warum, das braucht man wohl nicht ausführlich zu begründen – und will und muss dieser auch entsprechen. Das geht so weit, dass wir die Sicherheit Israels quasi unanfechtbar und mit höchster politischer Autorität getragen als Teil unserer Staatsräson bezeichnen. Fast möchte man sagen: Punktum. Und ja: Man begibt sich auf gefährlich dünnes Eis, will man hierzu sachliche Argumente außerhalb einer engen Bandbreite austauschen.

    Bedeutet das aber, sich als Deutscher keine Gedanken um den nun rund 70 Jahre andauernden Nahost-Konflikt machen zu dürfen? Nein, natürlich nicht. Schon gar nicht, wenn der Blick in die Zukunft so hoffnungs- und trostlos scheint wie derzeit. Und warum sollte diese Thematik nicht auch öffentlich diskutiert werden – vorausgesetzt, dies geschieht mit dem nötigen Anspruch an Ethik, Verantwortungsbewusstsein und Ernsthaftigkeit? Also versuchen wir es auch hier.

    Wenn wir zurückschauen, sehen wir bestenfalls Stillstand in dem Bemühen, endlich eine für alle Seiten akzeptable, gemeinsam getragene und nachhaltige Beendigung des Konflikts im Nahen Osten zu erreichen. Die Gründe für dieses Versagen sind vielschichtig. Niemand kann behaupten, unschuldig an diesem Desaster zu sein. Wo nicht das geringste gegenseitige Vertrauen herrscht, sondern Hass und Angst und verdeckte Interessen das Miteinander bestimmen, stoßen alle Versuche ins Leere. Mehrere Generationen haben in der gebeutelten Region bereits darunter gelitten und man fragt sich: Für wie viele weitere Generationen wird das noch zutreffen?

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    Erfordernisse zukünftiger deutscher Sicherheitspolitik

    Sicherheitspolitisches Symposium der Friedrich-Ebert-Stiftung NRW

    Von Peter E. Uhde
    Hans-Peter Bartels, Angela Mickley, Karsten Rudolph (v.l.). - Foto: PEU

    Wenn der Prüfstand für „Deutschlands Rolle in der Welt“ thematisch in das Jahrhunderthaus nach Bochum verlegt wird, ist das schon eine Reise wert. Das Landesbüro Nordrhein-Westfalen der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hatte Hans-Peter Bartels, den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, André Wüstner, den Vorsitzenden des Deutschen BundeswehrVerbandes (VdRBw), Angela Mickey, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, Paul Elmar Jöris, Journalist sozusagen als „Prüfer“ eingegeladen. Dazu natürlich das Publikum im Saal, darunter waren gut die Hälfte „Jüngere“. Karsten Rudolph, Ruhr-Universität-Bochum, führte durch die Veranstaltung.

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    5. Young Leaders‘ Conference

    Europa befindet sich im sicherheitspolitischen Umbruch

    Peter E. Uhde
    Niklas Kossow, Michael Friedmann, Julius Müller-Kaler, Kirstin F. MacLeod, Lorenz Hemicker, (v.l.) - Foto: Peter E. Uhde

    Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte zum 5. Forum in ihr Berliner Redaktionsgebäude Atrium eingeladen. „Die deutsche Sicherheitspolitik in der öffentlichen Diskussion 2017“ war das Thema der „Young Leader Conference“, die in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV), den Medienpartner Deutsche Welle, der Zeitschrift Internationale Politik (IP) und dem Nachrichtensender n-tv ausgerichtet wurde.

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    Also sprach „the real Donald Trump“

    Von Kersten Lahl
    Kersten Lahl

    Wann gab es schon einmal einen übleren Wahlkampf um das wichtigste Amt der Welt als den des vergangenen Jahres? Umso größer war das kollektive Aufatmen, als sich wenige Tage nach dem zunächst schockierenden Endergebnis eine gewisse Zuversicht breitmachte: Warten wir mal ab, es wird schon nicht so schlimm werden. Heute freilich ahnen wir: Vielleicht kommt es noch viel schlimmer als befürchtet. Die erste Rede Donald Trumps als US-Präsident lässt jedenfalls einigen Zweifel aufkommen an der Annahme, Amerika bleibe auch künftig ein verlässlicher Partner und eine rundum verantwortungsvolle Führungsnation in einer Welt, die wie selten zuvor sowohl auf ein integrierendes Miteinander als auch auf kraftvolles Leadership angewiesen ist. Das Gegenteil droht.

    Niemand stellt in Frage, dass die USA ihre eigenen Interessen verfolgen und diesen in ihrem Handeln auch höchste Priorität einräumen dürfen. Das tat Amerika immer, und das machen letztlich alle Nationen. Warum nicht? Etwas Gegenteiliges in altruistischer Manier zu behaupten, wäre scheinheilig. Insofern ist Trumps Devise „America first“ aus amerikanischer Sicht fast schon eine Banalität. Das klingt im Prinzip nicht anders als etwa „mia san mia“, was man im Süden Deutschlands auch mit „Bavaria first“ übersetzen könnte, ohne die Grundprinzipien von Demokratie und Föderalismus zu unterlaufen. Ganz normal also.

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    Stimmt unsere Sicherheitsarchitektur noch?

    Von Kersten Lahl
    Kersten Lahl

    Vor wenigen Tagen hat Bundesinnenminister De Maizière seine „Leitlinien für einen starken Staat in schwierigen Zeiten“ in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zur Diskussion gestellt. Die breit angelegten Themen reichten von Zuständigkeiten der Bundespolizei bzw. des Verfassungsschutzes über die noch diffusen Konzepte mit Blick auf Bedrohungen aus dem Cyberraum bis hin zum Umgang mit den akuten Flüchtlingsbewegungen in Richtung Deutschland und Europa. Auch altbekannte Fragen der Einbindung der Bundeswehr im Inneren durften natürlich nicht fehlen.

    Antworten auf seinen insgesamt klar formulierten Vorstoß ließen nicht lange auf sich warten. Kaum ein Kommentator äußerte sich positiv. Die meisten lehnten rundweg ab, und so mancher gab sich tief entrüstet. Die Motive des Widerstandes sind mitunter nicht schwer zu durchschauen. Es geht keineswegs immer um die Sache, also um mehr Sicherheit, sondern wenig verschleiert auch um parteitaktische Scharmützel und die Sorge um partikularen Machtverlust innerhalb des föderalen Systems. Die alten, wenig überzeugenden Reflexe funktionieren noch.

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    Buchrezension

    Deutschland dienen durch Schützen, Retten, Kämpfen

    Von Peter E. Uhde

    Zum zehnjährigen Bestehens des „Freundeskreis Zentrum Innere Führung“ erschien der Sammelband „Schützen, Retten, Kämpfen. Dienen für Deutschland“. Das Zentrum Innere Führung in Koblenz ist eine der ältesten teilstreitkraftübergreifenden Bildungseinrichtungen der Bundeswehr. Die Alma Mater der Konzeption der Inneren Führung ist nicht nur in der Bundeswehr sondern auch bei anderen Streitkräften eine angesehene Ausbildungsstätte. Das Unterfangen, die Führungsphilosophie der Bundeswehr in diesem Werk in der Theorie und in der praktischen Anwendung beim Schutz, beim Retten und schließlich dem Kampf im Gefecht in 53 Beiträgen darzustellen ist eine Herausforderung, der sich die Herausgeber gestellt haben. Eingeleitet wird das Buch mit einem Vorwort der Bundesministerin für Verteidigung Ursula von der Leyen. Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages Hans-Peter Bartels, hat über den „Schutz der Grundrechte der Soldatinnen und Soldaten“ und „die Einhaltung der Grundsätze der Innere Führung“ zu wachen.

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    Landesbereich II

    Ohne EU geht es nicht, es muss aber etwas passieren

    2. Bremer Symposium zur Sicherheit zeigte Chancen und Risiken der europäischen Zukunft

    Von Aranka Szabó
    Referenten und Veranstalter: (vl.) Fachjournalistin Julia Weigelt; GSP-Präsidentin Ulrike Merten; Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank; Prof. Dr. Johannes Varwick, Uni Halle, GSP-Vizepräsident; Dr. Axel Kreienbrink, BAMF; GSP-Landesvorsitzender Werner Hinrichs; Dr. Ralf Altenhof, KAS-Landesbeauftragter Bremen. - Foto: Aranka Szabó

    Bremen. Euro- und Ukrainekrise, Flüchtlingskrise, Brexit und zuletzt der designierte US-Präsident Donald Trump. Alles Dinge, die deutsche Bürger mit Sorge betrachten. Das zeigte sich nicht zuletzt in der offenen Diskussionsrunde auf dem 2. Bremer Symposium zur Sicherheit der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) und der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) im Haus Schütting am 26. November. Dabei machten die Experten mit ihren Sichtweisen abseits des Mainstreams zum Thema „Europa – Quo Vadis?“ durchaus Mut – wenn die Politik denn den Mut aufbrächte, neue Wege zu gehen.

    Die Fliehkräfte in der Eurozone, der „Flirt der USA mit der Rezession“, die Stabilität Chinas und aktuelle Wirtschaftspolitik Japans nannte Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, als potentielle ökonomische Krisenschwerpunkte in nächster Zeit. Hinzu kämen die politischen im Nahen Osten, im Südchinesischen Meer und in der Ukraine. Nicht zuletzt die Wahl des designierten US-Präsidenten Donald Trump zeige für den Finanzexperten die Notwendigkeit, „neue Wege“ zu gehen. Und die sehe er weniger im Westen, sondern im Osten. Nach Russland und China unter anderem, dort wo wirtschaftliche Zusammenarbeit zunimmt und Geld in eine staatenübergreifende Infrastruktur gesteckt wird. Hellmeyer warb dafür, Sanktionen gegen Russland zu überdenken, sie schadeten uns ebenfalls. Die Folgen des Brexits sah er „heilsam für die Integration“ der EU-Staaten, vorausgesetzt der Austritt der Briten erfolgt regelgerecht. Die Politik sieht er gefordert, besser zu kommunizieren, was Kontinentaleuropa sei und was die Ziele der EU und Eurozone sind. So wie alle anderen Referenten auch, warnte auch er vor nationalistischen Bestrebungen.

    Auch Dr. Axel Kreienbrink, Referatsleiter „Migrations- und Integrationsforschung“ beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, machte deutlich, dass Migration nicht nur nach Europa stattfindet, sondern, dass es auch nicht ohne Migration nach Deutschland gehen werde, wolle man die negative demographische Entwicklung abfedern.

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    "Der Staat hat die Pflicht zur Stärke um seine Bürger zu schützen"

    Parlamentarischer Abend im Zeichen der Inneren Sicherheit

    Von Peter E. Uhde
    Reiner Wendt spricht in der Hessischen Landesvertretung - Foto: Reiner Wehnes

    Berlin. Der gemeinsame Parlamentarische Abend der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT) und der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) am 22. November in der Landesvertretung Hessen in Berlin stand ganz Im Zeichen der Fragen zur Inneren Sicherheit. Vortragender war Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). Ist von Innerer Sicherheit die Rede, stehen die Begriffe Flüchtlingskrise, Migration, Rechtsextremismus und Islamistischer Terror im Raum. Der Vortragsraum in der Landesvertretung war bis auf den letzten Platz besetzt, so dass der Aufritt des Referenten noch in einen anderen Saal übertragen werde musste, um alle Zuhörer an den Ausführungen zu beteiligen. Dr. Bernadette Droste, Hausherrin in der Hessischen Landesvertretung, begrüßte die Gäste und übergab das Mikrofon an den Vizepräsidenten der DWT Henning Otte (CDU), Bundestagsabgeordneter und Sprecher seiner Fraktion im Verteidigungsausschuss.

    Bei Straftaten ist die Dunkelziffer hoch

    „Ist die Innere Sicherheit in Gefahr“, die Frage lässt sich mit einem einfachen ja beantworten, das ist sie aber schon immer, seit Kain und Abel“, führte Rainer Wendt aus. Straftaten gehören zu jeder Gesellschaft, in Deutschland sind es ungefähr sechs Millionen jährlich, wie hoch die Dunkelziffer ist, weiß niemand. Innere Sicherheit ist mehr als die Abwesenheit von Kriminalität. Viele Menschen haben Angst davor, Opfer von Kriminalität zu werden. Hinzu kommt, dass Innere Sicherheit längst mit äußerer Sicherheit verbunden ist. Wendt weist auf den Innenminister hin, der daher von Öffentlicher Sicherheit spricht. Eine längere Ausführung folgt über den viel diskutierten und geforderten Einsatz der Bundeswehr im Landesinneren. Hier gehen die Meinungen in der Öffentlichkeit stark auseinander. Die Bundeswehr darf keine Reservepolizei werden. Die Polizeikräfte des Bundes und der Länder dürfen nicht weiter abgebaut werden. Im Extremfall kann es aber Einsatzoptionen geben, in denen die Polizei auf die Hilfe der Bundeswehr, personell und technisch, angewiesen ist. Die Einzelfallprüfung muss dann auch zu einer Entscheidung führen und der Entscheidende muss dann auch die Verantwortung übernehmen.

    Der Bürger ist kein „Kunde“ des Staates

    Wendt geht in seinem Vortrag dann auf die Zäsur bei der Polizei durch die Wiedervereinigung ein. Ein starker Staat werde nicht mehr gebraucht, der Ruf nach dem schlanken Staat ertönte. „Wir trimmen den öffentlichen Dienst jetzt auf Leistung“, war allenthalben zu hören. Der Öffentliche Dienst sollte funktionieren wie ein Großunternehmen und sich auch ein Beispiel an ihm nehmen. Der Bürger darf nicht für den Staat zum Kunden werden, er ist Träger von Grundrechten, dieser hat Anrechte an den Staat. Wozu der Abbau des Polizeipersonals geführt hat, haben die Kontrollverluste an den Grenzen im letzten Jahr gezeigt. Registrierung und Identifizierung klaffen immer noch auseinander. Etwa 79 Prozent der Deutschen glauben, dass die Kriminalität durch Flüchtlinge größer geworden ist. Beispiele wie in der Kölner Silvesternacht tragen dazu bei. Diese Vorfälle gab es auch in anderen Städten.

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    vom 07.11.2016

    Sieben Stunden Sicherheit

    „Schaumburger Plattform" lotet aktuelle Risiken und Chancen für Europa aus

    Von HERBERT BUSCH
    Klaus Suchland (von rechts) heißt die Referenten Jörg Farr, Boris Pistorius, Silvia Horsch-Al Saad, Johannes Varwick, Christina Krause, Dieter Budde und Muhannad Olabi willkommen. - Foto: bus

    BÜCKEBURG. Das Thema "Europa und Sicherheit" hat die aktuelle Ausgabe der „Schaumburger Plattform" in den Fokus genommen. Die zum sechsten Mal von der Mindener Sektion der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) im Hubschraubermuseum organisierte Veranstaltung bot außer Gruß- und Abschiedsworten sechs Vorträge und ein Podiumsgespräch. Für die Begrüßung zeichneten GSP-Sektionsleiter Klaus Suchland und Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach verantwortlich. „Es geht hier und heute darum, außerhalb der großen Zentren politischer Entscheidungsprozesse Informationsangebote zu unterbreiten, die Interesse und Aufmerksamkeit bei den sogenannten Normalverbrauchern wecken und diesen verdeutlichen, dass Fragen der Sicherheit in heutiger Zeit komplex, häufig nicht einfach verständlich und stets eng miteinander vernetzt sind", erläuterte Suchland.

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    Stunde Europas und Abkoppelung von den USA nach Trump

    Sechs Punkte zur Diskussion

    Von Johannes Varwick
    Johannes Varwick

    Ich wundere mich etwas über die sicherheitspolitische Debatte nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten.

    1. Interessant ist zunächst, dass viele, die nun einen Rückzug der USA beklagen zu denen gehörten, die sonst immer auf die USA schimpfen. Aussagen wie „Nuklearschirm der USA“, „sicherheitspolitische Stabilisierung Europas durch die USA“ sind ja vollkommen richtig, aber etwas seltsam, dass das erst dann wertgeschätzt wird, wenn es vermeintlich vorbei ist.

    2. Es stimmt ja: Grundsätzlich kann mittlerweile kein EU-Mitgliedstaat seine Sicherheit mehr alleine gewährleisten und nur noch wenige Staaten verfügen über ein breites Fähigkeitenprofil. Selbst wenn, sind diese sind bei der Durchhaltefähigkeit auf Partner angewiesen. Die Bestimmungen zur Sicherheitspolitik im EU-Vertrag von Lissabon böten die Möglichkeit, einen sicherheitspolitischen Ansatz mit entsprechenden Fähigkeiten zu stärken und weiterzuentwickeln, denn die Instrumente bzw. der rechtliche Handlungsrahmen sind grundsätzlich vorhanden. Das Problem ist jedoch politisch: Es fehlt am Willen, die Instrumente zu nutzen. In sicherheitspolitischen Fragen bleibt die EU einstweilen eine Macht im Konjunktiv. Schlimmer noch: Die EU ist abermals in eine Phase der Beschäftigung mit sich selbst eingetreten. Insbesondere die Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist unter diesen Vorzeichen je nach Auslegung in eine Phase der Stagnation oder sogar Erosion abgerutscht.

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    Es ist ein Trump! - und jetzt?

    Von Kersten Lahl
    GenLt a.D. Kersten Lahl

    Das eigentlich Unfassbare ist Realität. Es wirkt wie eine Schockwelle. Sie war zwar im Grundsatzerkennbar, aber niemand hat sie wirklich ernst genommen. Jetzt fühlen wir uns überrollt von einer Entwicklung, deren Ausgang völlig im Dunkeln liegt.

    Was können wir tun? Eines ist jedenfalls schon mal klar: Jammern hilft nicht. Die Wahl Trumps ist Fakt. Es gilt also nach vorne zu schauen. Gute Prognosen zum künftigen Kurs Washingtons sind ebenso gefragt wie brauchbare Analysen, was das alles für Deutschland und für Europa bedeutet. Auf ziemlich vielen Gebieten: Der Wirtschaft, der Kultur, der Völkerverständigung, des transatlantischen Miteinanders - und natürlich der Sicherheitspolitik. Überall tappen wir noch im Dunklen. Und gerade deshalb ist es so wichtig, rechtzeitig voraus zu denken.

    Ich greife mal drei Aspekte heraus und stelle sie hier zur Diskussion. Alle drei betreffen Kernfragen unserer Sicherheitspolitik:

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    Hohe Auszeichnung für Sektionsleiter Kaiserslautern

    Heinz Klages wurde Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz verliehen

    Am Dienstag, dem 25. Oktober 2016, wurde unserem langjährigen Sektionsleiter aus Kaiserslautern, Heinz Klages, im Rahmen einer Feierstunde in der Kreisverwaltung Südwestpfalz in Pirmasens im Namen der Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, Frau Malu Dreyer, die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz verliehen.

    Damit wurden unter ausdrücklicher Hervorhebung seiner besonderen Aktivitäten als Sektionsleiter GSP-Kaiserslautern und als Oberstleutnant d. R. und Leiter des Verbindungskommandos zur kreisfreien Stadt Kaiserslautern, seine über viele Jahre währenden ehrenamtlichen und die Freizeit beanspruchenden Aufgaben im Gemeinderat seiner Heimatgemeinde, als Präsident eines der größten Musikvereine von Rheinland-Pfalz und vieles andere mehr ausgezeichnet.

    In Vertretung des Landesvorsitzenden übermittelte Oberst a.D. Zeisig ein Grußwort und gratulierte im Namen des Landesverbandes IV der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. zu dieser verdienten Auszeichnung.

    Das Bild zeigt den zu Recht stolzen Träger der Verdienstmedaille mit dem die Auszeichnung vornehmenden Präsidenten der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Herrn Prof. Dr. Hans-Jürgen Seimetz.

    Vorstand und Geschäftsführung der GSP schließen sich den herzlichen Glückwünschen an.

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    Überforderte Bundeswehr

    Von Kersten Lahl
    GenLt a.D. Kersten Lahl

    An Krisen mangelt es Europa derzeit nicht. Im Süden des Kontinents versinkt eine ganze Region im Chaos. Im Osten irritiert eine aggressive Machtpolitik Russlands, die man längst überwunden glaubte. Im Westen droht die transatlantische Bindung an Kraft zu verlieren. In Europa selbst sehen wir uns in einer tiefen Sinn-, Solidaritäts- und Vertrauenskrise, wenn nicht gar mitten in einem verstörenden Prozess der Erosion. Und auf globaler Ebene alarmieren zahlreiche Risiken, denen sich heute niemand entziehen kann: fragile Staaten, Cyber-Angriffe, ungehemmte Aufrüstung, unerwünschte Folgen von Flucht und Migration.

    In solchen Zeiten braucht die Sicherheitspolitik nichts dringender als ein überzeugendes strategisches Konzept, das auch von den Bürgern verstanden und mitgetragen wird. Deshalb ist es gut, dass die Bundesregierung ein neues Weißbuch vorgelegt hat. Dessen Ansprüche waren durchaus hoch: Es soll sich um das "oberste sicherheitspolitische Grundlagendokument Deutschlands" handeln und eine Debatte in unserem Land schärfen und befördern. Der Anspruch ist so lobenswert wie überfällig - das Ergebnis hingegen enttäuschend.

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    Wir erinnern

    Vor 60 Jahren: Ägypten verstaatlicht den Suez-Kanal

    Von Peter E. Uhde

    In der Nacht des 26. Juli 1956 besetzten ägyptische Truppen die Verwaltungsbüros und alle technischen Einrichtungen der ausländischen Betreibergesellschaft des Suezkanals. Sie stießen auf keinen Widerstand, die Belegschaften waren zu Hause, hörten die Rede von Präsident Gamal Abdel Nasser zum Jahrestag der Revolution. Als Oberst hatte er, zusammen mit Offizieren der Gruppe „Freie Offiziere“, am 23. Juli 1952 gegen König Faruk I. geputscht und ihn vom Thron gestürzt.

    Verkürzung des Seeweges zwischen Europa und Asien

    Die Kanallänge des künstlichen Wasserweges zwischen dem Mittelmeer und dem Roten Meer betrug 163 Kilometer. Die Hafenstädte sind im Norden Port Said und im Süden Suez. Seit der Eröffnung der Wasserstraße am 16. November 1869 brauchen Schiffe nicht mehr um das Kap der Guten Hoffnung fahren. Der Kanal verkürzt den Seeweg um rund 5000 Kilometer. Erbaut und finanziert wurde der Kanal von der französischen Suezkanal-Gesellschaft, die Aktien lagen mehrheitlich in englischer und französischer Hand.

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    12. Petersberger Gespräche zur Sicherheit

    Forderung nach Sicherheit und Stabilität auf der Welt

    Hochkarätige Tagung auf dem Petersberg mit Bundesaußenminister Steinmeier

    Von Peter E. Uhde
    • Begrüßung durch Wolfgang Hellmich MdB, Verteidigungsausschussvorsitzender des Deutschen Bundestages - Foto: Reiner Wehnes

    • Volles Haus in der "Rotunde" des Steigenberger Grandhotels - Foto: Reiner Wehnes

    • In der ersten Reihe (vlnr.): Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe; Dr. Kurt Braatz, Kraus-Maffei Wegmann GmbH & Co.KG; Ulrike Merten, Präsidentin der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V.; General Volker Wieker, Generalinspekteur der Bundeswehr; Oberstleutnant André Wüstner, Bundesvorsitzender Deutscher BundeswehrVerband; Wolfgang Hellmich MdB, Verteidigungsausschussvorsitzender - Foto: Reiner Wehnes

    • Keynote von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier - Foto: Reiner Wehnes

    • Das Vormittags-Panel mit MdB Wolfgang Hellmich, Ulrike Merten, Joachim Schaprian (Moderator), Bärbel Dieckmann und MdB Dr. Rolf Mützenich, stellv. Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion für Außenpolitik - Foto: Reiner Wehnes

    • Impulsreferat von GSP-Präsidentin Ulrike Merten - Foto: Reiner Wehnes

    • Impulsreferat von Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe - Foto: Reiner Wehnes

    • Impulsreferat von MdB Dr. Rolf Mützenich, stellv. SPD-Fraktionsvorsitzender für Außenpolitik - Foto: Reiner Wehnes

    • Außenminister Steinmeier beantwortet Fragen aus dem Publikum - Foto: Reiner Wehnes

    • Gruppenbild mit Studenten des Bundesverbandes Sicherheitspolitik an Hochschulen (BSH) aus Köln - Foto: Reiner Wehnes

    • Keynote von Generalinspekteur Volker Wieker - Foto: Reiner Wehnes

    • Das Nachmittags-Panel mit General Volker Wieker, Generalinspekteur der Bundeswehr; Dr. Hans-Peter Bartels, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages; Dr. Kurt Braatz, Kraus-Maffei Wegmann GmbH & Co.KG und Oberstleutnant André Wüstner, Vorsitzender des Deutschen BundeswehrVerbandes und der Karl-Theodor-Molinari-Stiftung - Foto: Reiner Wehnes

    • Impulsreferat des Wehrbeauftragten Dr. Hans-Peter Bartels - Foto: Reiner Wehnes

    • Impulsreferat von Dr. Kurt Braatz, Kraus-Maffei Wegmann GmbH & Co.KG - Foto: Reiner Wehnes

    • Impulsreferat des DBwV-Bundesvorsitzenden Oberstleutnant André Wüstner - Foto: Reiner Wehnes

    • Ergebniszusammenfassung und Verabschiedung durch MdB Wolfgang Hellmich - Foto: Reiner Wehnes

    • Außenminister Frank-Walter Steinmeier und die Repräsentanten der drei Veranstalter der Petersberger Gespräche, Ulrike Merten, MdB Wolfgang Hellmich und DBwV-Bundesvorsitzender Oberstleutnant André Wüstner hatten Grund zur Freude über eine gelungene Veranstaltung - Foto: Reiner Wehnes

    Aktueller hätte das Thema der „12. Petersberger Gespräche zur Sicherheit“ am 8. Oktober 2016 nicht sein können. Perspektiven der deutschen Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik“, waren dem Key-Note-Speaker, Bundesminister des Auswärtigen Frank-Walter Steinmeier, und den weiteren Referenten vorgegeben. In gemeinsamer Organisation vom Team Wolfgang Hellmichs, MdB und Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) und der Karl-Theodor-Molinari-Stiftung des Deutschen BundeswehrVerbandes fand diese renommierte Tagung wieder auf dem „politischen Pflaster“ des Petersbergs bei Bonn statt. Die Plätze in der Rotunde des Steigenberger Grandhotels, hoch über dem Rheintal, waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Ein Beweis dafür, dass die Thematik Zuhörer aus allen gesellschaftlichen Gruppierungen interessiert. Die immer wieder gehörte Behauptung, dass Außen- und Sicherheitspolitik in der Gesellschaft auf wenig Interesse stoße, wurde von den Referenten verneint. Wolfgang Hellmich ging nach seiner Begrüßung der Konferenzteilnehmer auf die außen- und sicherheitspolitischen Herausforderungen Deutschlands ein. Das Weissbuch 2016, der letzte NATO-Gipfel in Warschau und der Austritt Großbritanniens, kurz Brexit“, aus der Europäischen Union waren dann die Thematik des Vormittages.

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    19. Atlantischer Sommer

    US - Außen-und Sicherheitspolitik zwischen Kontinuität und Wandel

    Verfasst von Peter Boswell, Praktikant der Atlantischen Akademie
    v.l.n.r.: Giorgio Franceschini (HSFK), Dr. Josef Braml (DGAP), Oberst a.D. Gerd-Heinz Haverbusch (GSP) und Dr. David Sirakov (AA). - Foto: GSP
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    Die Zerbrechlichkeit von Staaten setzt sich fort

    Rezension von Peter E. Uhde

    Der Autor geht das Thema seines Buches „Wie Staaten schwach werden“ systematisch an und gliedert es in sechs Abschnitte. Was sind die Herausforderungen gegen Staatsschwäche bzw. Staatszerfall, fragt er zu Beginn. Welches sind die Ursachen einer fragilen Staatlichkeit, wird danach untersucht. Welche Wirkungen hat fragile Staatlichkeit für den Aufstieg alternativer Machtgruppen? Danach kommt er zu den Profiteuren zerbrechlicher Staaten, dem Islamismus und Dschihadismus. Praxisbeispiele der Dekonstruktionsprozesse aus der arabischen Welt bis hin zu den Separatismus- bestrebungen in der Europäischen Union erläutern dem Leser die Problematik in einer Vielzahl fragiler Staaten an unserer Nachbarschaft. Im Schlusskapitel geht es um die Zukunft von Nationalstaatlichkeit.

    Staatsgewalt – Staatsgebiet - Staatsvolk

    Nach gängigen Begriffen werden für einen Staat drei Voraussetzungen gefordert, damit er völkerrechtlich als Gemeinwesen anerkannt wird. Es muss eine zentrale Staatsgewalt vorhanden sein, die über ein begrenztes Territorium, das Staatsgebiet, diese ausüben kann. Das dritte sind die Menschen, das Staatsvolk, das auf diesem Gebiet lebt. Der Staat muss in der Lage sein, die individuellen Rechte seiner Bewohner, Leben, Freiheit und Eigentum zu schützen. In Europa existiert die modere Staatlichkeit seit Ende der Religions- und Bürgerkriege im 16. Und 17. Jahrhundert. Stabile Staaten haben vier Kernfunktionen. Sie gewährleisten die Sicherheit ihrer Bevölkerung nach innen und außen. Die Gewaltenteilung trennt die Legislative, die Judikative und die Exekutive. Der Staat garantiert ein Mindestmaß an Wohlfahrt für seine Bürger und hat die Fähigkeit legislative Entscheidungen und Rechtsgrundsätze durchzusetzen.

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