55 Jahre VdRBw

 

Wir sind die Reserve – Reservisten sind bereit

Von Peter E. Uhde

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. (VdRBw) wurde vor fünfundfünfzig Jahren, am 26. Januar 1960, gegründet und ist damit fünf Jahre jünger als die Bundeswehr. Die Ernennung der ersten Soldaten der neuen deutschen Streitkräfte erfolgte am 12. November 1955 in der Ermekeilkaserne in Bonn. Die Bundeswehr feiert in diesem Jahr ihr sechzigjähriges Bestehen.

Das Reservepotential wächst

Anfang 1960 hatten schon Tausende von gedienten Wehrpflichtigen den Status Reservist. Die ersten Grundwehrdienstleistenden waren am 1. April 1957 in die Kasernen eingerückt und dienten zwölf Monate. Der politischen und militärischen Führung sowie engagierten Reservisten war klar geworden, dass es mit der Ableistung von Wehrübungen in aktiven Truppenteilen nicht getan sein konnte, um die Verbindung zu den Reservisten und deren militärische Fähigkeiten zu halten. Bis zum Frühjahr 1958 gab es schon 10.000 Reservisten, Ende 1962 waren es 260.000. Die Angehörigen der Reserve waren zunächst nur als Personalersatz für aktive Truppenteile eingeplant. Ab 1959 wurden sie auch zu Wehrübungen herangezogen und bildeten ab 1960 die Basis für die „Territoriale Verteidigung“. Diese sollte die Aufrechterhaltung der der Operationsfreiheit sicherstellen. Dafür war 1957 das „Kommando der Territorialen Verteidigung (KTV) mit Sitz in Bad Godesberg aufgestellt worden.

Ein Verband für alle Dienstgrade

Am 22. Januar 1960 trafen sich daher in Bonn 27 Reservisten um über die Gründung eines Verbandes zu beraten. Das Ergebnis dieser Zusammenkunft war der VdRBw. In seiner Satzung wurde u.a. festgelegt, dass der Verband ein vereinsrechtlicher Zusammenschluss gedienter Soldaten aller Dienstgrade sein soll. Das unterschied ihn von anderen ausländischen Reservistenorganisationen. Noch 1964 ist auf einem Foto vom Delegiertentag zu lesen: „Die Reservisten der Bundeswehr aller Dienstgrade sämtlicher Teilstreitkräfte in einem Verband“. Zum ersten Bundesvorsitzenden (heute Präsident) wurde der Journalist Adalbert Weinstein gewählt. Weinstein war als Major i.G. aus der Wehrmacht ausgeschieden und nach englischer Kriegsgefangenschaft Journalist geworden. Bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hatte er die nationale Sicherheitspolitik der Regierung Konrad Adenauers und die der Atlantischen Allianz von Anfang an begleitet. Durch persönliche Wehrübungen in den Streitkräften hatte er immer einen umfassenden Einblick in die Truppe.

Organisation und Struktur

In den ersten Jahren traten jeweils 5000 bis 6000 neue Mitglieder pro Jahr in den Verband ein. Seit der Reservistenkonzeption von 1971 war der Verband an die Weisungen des Verteidigungsministeriums gebunden. Das Geschäftsstellennetz des Verbandes wurde in Anlehnung an das Territorialheer über das gesamte Bundesgebiet verbreitet. Die erforderlichen Haushaltsmittel für die „Allgemeine Reservistenarbeit“ wurden aus dem Verteidigungsetat zur Verfügung gestellt. Im Jahr 1971 waren es 4 Millionen DM. Der Mitgliedsbeitrag betrug anfangs 1,10 DM monatlich.

Die Aufgaben sind umrissen

Präsident Roderich Kiesewetter MdB - Foto: asz

Im Weißbuch 1971/72 – „Zur Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und zur Entwicklung der Bundeswehr“ ist zu lesen: „Der `Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr` betreibt die allgemeine Reservistenarbeit. Auf die freiwillige Bereitschaft der Reservisten, ihre Ausbildung zu ergänzen, bleibt die Bundeswehr angewiesen. Diese Bereitschaft zu fördern, ist wesentliche Aufgabe des Reservistenverbandes…“ Als Teilstreitkraft mit dem höchsten Reservistenanteil, erließ der Inspekteur des Heeres am 10. April 1973 die „Weisung Nr. 1 für die Reservistenarbeit des Heeres“. Präsident des Verbandes von 1969 bis 1976 war der Fernsehjournalist und Oberst d.R. Rudolf Woller.

International vernetzt

Mit Helmuth Möhring, Oberst d.R. trat 1986 erstmals ein Mitglied des Deutschen Bundestages an die Verbandsspitze. Seit 1991 ist es immer ein Politiker aus dem Bundestag, der das ehrenamtliche Präsidentenamt wahrnimmt. Seit dem 11. November 2011 führt Roderich Kiesewetter, Oberst a.D., den Verband. Der ehemalige Offizier ist seit 2009 Mitglied des Bundestages. Seit Anfang 2012 gilt die Konzeption der Reserve (KdR). Mobilmachungsbeordert sind etwa 30.000 Reservisten. Beauftragter für die Reservistenarbeit der Bundeswehr ist der Stellvertreter des Generalinspekteurs. International ist der Verband Mitglied in Offizier- und Reserveoffiziersvereinigungen. Der Bundesverband für Sicherheitspolitik an Hochschulen (BSH) bietet sicherheitspolitische Öffentlichkeitsarbeit im akademischen Umfeld an.

Von „Die Reserve“ zum Magazin für Sicherheitspolitik „loyal“

Mit der Gründung 1960 schuf sich der Verband auch ein Publikationsorgan. Zuerst hieß es „Die Reserve“. Ab Oktober 1969 trägt das Mitgliedermagazin den Namen „loyal“ mit dem Untertitel „das deutsche Wehrmagazin“. Für die rund 116.00 Mitglieder ist der Bezug der Zeitschrift, im Mitgliedsbeitrag von 30 Euro beträgt, enthalten. Ordentliche Mitglieder können Reservisten der Bundeswehr sein. Aktive Soldaten können außerordentliche und Ungediente fördernde Mitglieder werden. In Reservistenkameradschaften, Kreis,- Bezirks- und Landesverbände sowie dem Bundesverband werden die übertragenen und freiwilligen Aufgaben wahrgenommen. Die etwa 2600 Reservistenkameradschaften bilden die Basis des Verbandes. Rund 300 Mitarbeiter in den 100 Geschäftsstellen unterstützen die Arbeit der ehrenamtlichen Mandats- und Funktionsträger.

Berliner Dialog 2014 für mehr Zusammenarbeit von VdRBw und GSP - Foto: GSP

Beirat und Kooperationen

Ein Beirat für Reservistenarbeit dient der Zusammenarbeit und der Unterstützung in der theoretischen und praktischen Verbandsarbeit. In einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP), dem Deutschen Bundeswehr Verband (DtBwV), der Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT), der Clausewitz-Gesellschaft und der französischen L´Association Civisme Défense Armée Nation (CiDAN) haben diese sich für die gemeinsame sicherheitspolitische Öffentlichkeitsarbeit ausgesprochen. Diese Kooperation wird immer wieder bei gemeinsamen Veranstaltungen praktiziert. Damit geling es sicherheitspolitische Öffentlichkeitsarbeit umzusetzen.

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