Bevölkerungsbefragung

 

Sicherheitspolitik interessiert die Bürger

Von Peter E. Uhde

Das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) hat eine neue Studie „Sicherheits- und verteidigungspolitisches Meinungsklima in der Bundesrepublik Deutschland“ veröffentlicht. In diesem Forschungsbericht sind die Ergebnisse und Analysen der Bevölkerungsbefragung 2015 zusammengefasst. Schon seit 1996 wird diese Studie regelmäßig erarbeitet und ist damit „die längste und aktuellste Zeitreihe sicherheits- und verteidigungspolitischer Umfragen in Deutschland.“ Sicherheitsgefühl und Bedrohungswahrnehmung der Bürger ändern sich je nach Ereignissen im nahen oder weiteren Umfeld. Hieraus resultieren Einstellungen zum außen- und sicherheitspolitischen Handeln der Bundesregierung. Befragt wurden nach dem Zufallsprinzip 2653 Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren, die in Privathaushalten in Deutschland leben.

Subjektive Sicherheit

Vorangestellt fassen die Autoren (Heiko Biehl, Chariklia Höfig, Markus Steinbrecher, Meike Wanner) die Ergebnisse kurz zusammen. Im Gegensatz zum Vorjahr wird die Sicherheitslage in Deutschland deutlich schlechter bewertet. Persönlich fühlen sich die Bürger sicher, aber im Vergleich zum Vorjahr ist das Sicherheitsgefühl gesunken. Militärische Angriffe bzw. kriminelle Gefahren werden häufiger als bedrohlich empfunden. In weiteren Abschnitten untersucht die Studie die Haltung der Bürgerinnen und Bürger zur Bundeswehr und bewertet den Kontakt von Bundeswehr und Gesellschaft. Die Attraktivität des Arbeitgebers Bundeswehr und die Bewertung des Claims „Wir. Dienen. Deutschland“ werden in den nächsten Kapiteln bewertet.

Politik und Moral

Mit den Einstellungen zum außen- und sicherheitspolitischen Engagement der Bundesrepublik befasst sich ein Abschnitt. Fast drei Viertel der Bürger nehmen eine deutlich gestiegene Verantwortung Deutschlands auf der internationalen Ebene wahr. Daraus folgt, dass zwei Drittel der Bürger für eine aktive Politik eintreten. Gefragt nach den Gründen lautet die Antwort von 77 Prozent der Befragten „aufgrund der moralischen Verpflichtung bzw. der Pflicht gegenüber anderen Menschen“. Als nächste Antworten folgen, dass Deutschland im Notfall auch Hilfe gewährt wird und um die nationale Sicherheit zu erhöhen. Bündnisverpflichtungen und Verträge (NATO, UN, EU) befürworten fast zwei Drittel. Auch wirtschaftliche Gründe, um Absatzmärkte und Exporte zu sichern, sind weitere Argumente für eine aktive Politik.

Zuerst ist Diplomatie gefragt

Bei der Frage nach den Mitteln, die Deutschland in der Außen- und Sicherheitspolitik einsetzen sollte, steht mit 77 Prozent Diplomatie an erster Stelle. Es folgen Entwicklungshilfe, Wirtschaftsaktionen, Einsätze der Bundeswehr, Militärische Kooperationen, Aufnahme von Flüchtlingen, Polizeieinsätze und Waffenlieferungen an befreundete Staaten.

Wichtigster Partner ist die USA

Bei der Wichtigkeit von Kooperationen für die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik liegen die USA vor Frankreich und Großbritannien. Auf dem vierten Platz liegt interessanterweise Russland noch vor Polen, obwohl Russland kein NATO-Partner ist. Mit den Fragestellungen zur Höhe der Verteidigungsausgaben sowie zur Personalführung der Bundeswehr, den Vorstellungen von deren Aufgabenbereichen und den Einstellungen zu den Auslandseinsätzen schließt die Studie.

Dieses Forschungsergebnis ist nicht als Papierausdruck zu beziehen, sondern einsehbar im Internet unter diesem Link.

Für die Arbeit in den Sektionen und eventuelle Themenplanung durchaus eine hilfreiche Argumentationsunterlage.

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