Nachschau – Veranstaltung am 06.09.2018

 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Multilaterale Friedenseinsätze im Zeitalter des Populismus

Vorstellung ZIF & Überblick zu aktuellen Entwicklungen

und Herausforderungen bei Einsätzen der EU und UN

 

Referent:

Tobias Pietz

Stv Leiter Arbeitsbereich Analyse
im Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF)
Foto: ZIF

 

am Donnerstag, 06. September 2018, 19:00 Uhr
im Bundespresseamt – Außenstelle Bonn
Pressesaal im ersten Obergeschoss
Welckerstr. 11, 53113 Bonn

 

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Bericht der Sektion Bonn

„Ein ‚geht uns nichts an‘ darf es nicht geben“

Erkenntnisreicher Vortrag über die Arbeit des Zentrums für Internationale Friedenseinsätze (ZIF)

Von Richard Rohde
Tobias Pietz bei seinem Vortrag in Bonn. – Foto: Servatius Maeßen

Am 6. September trug der stellvertretende Leiter der Abteilung Analysen des Zentrums für Internationale Friedenseinsätze (ZIF), Herr Tobias Pietz, vor einem höchst interessierten Publikum der Sektion Bonn vor. Zunächst stellte er das Zentrum als 100 % gGmbH des Auswärtigen Amtes mit Sitz in Berlin mit seinem Aufgabenspektrum vor. Im Kern basierte die Gründung auf den Erfahrungen der Balkankriege in den neunziger Jahren. Deutschland musste lernen, dass im Rahmen von Friedenseinsätzen militärische Mittel, sofern sie überhaupt eingesetzt werden sollen, ggf. einen Frieden erzwingen können, aber letztlich für die vielfältigen Aufgaben einer umfassenden Friedenssicherung nicht geeignet sind.

Die vielen zivilen Kapazitäten wiederum, die zur Stabilisierung erforderlich sind, waren und sind z.T. in Deutschland nicht ausreichend koordiniert bzw. nicht auf die verschiedensten und herausfordernden Einsatzspektren vorbereitet. Dies mündete letztlich 2002 in das Zentrum für Internationale Friedenseinsätze, welches die zivilen Kapazitäten für Friedens- sowie Wahlbeobachtungseinsätze bündelt und durch die Rekrutierung, Qualifizierung und vor allen Dingen Sekundierung von deutschen Expertinnen/ Experten in internationalen Einsätzen der EU, OSZE, NATO und UN einen wichtigen Teil deutscher Außenpolitik erfüllt. Schauen Sie mal auf die Internetseite des Zentrums- Sie werden hochinteressante Aspekte nachlesen können. Tobias Pietz erläuterte die aktuellen, vielfältigen Einsatzgebiete, stellte Ausbildungsprogramme und nationale, wie auch internationale Kooperationen / Vernetzungen vor und ging auf analytische Produkte des Zentrums und die unterstützende Regierungsarbeit ein. An Beispielen der UN und EU ging er thematisch auf die Interdependenzen der Einsätze und die Herausforderungen unter heutigen populistische Strömungen ein. Kernaussage war, dass Friedenseinsätze stets schwierig, oftmals gefährlich und auch kritisch zu hinterfragen sind, gleichwohl ein Nicht-Agieren der Nationen deutlich größere Probleme schaffen, als populistische Strömungen „Ohne uns“ oder „wir haben damit Nichts zu tun“ es der Welt vermitteln wollen. Die Gedankenführung können Sie der beigefügten Präsentation (ppt) entnehmen.

Freuten sich über eine gelungene Veranstaltung: v.l. Sektionsleiter Richard Rohde, Referent Tobias Pietz und stellv. Sektionsleiter Roland Heckenlauer. – Foto: Servatius Maeßen

Die Zuhörer nahmen anschließend die Gelegenheit zu Fragen und auch zur Diskussion in Anspruch. Tobias Pietz überzeugte das Auditorium nicht nur durch enorme Kenntnisse und gewandte Argumentation, sondern durch Passion für seinen Beruf, das ZIF und die Aufgabe, die Welt trotz aller Komplexität vielleicht doch ein klein wenig friedlicher zu machen. Wiederum ein gelungener Vortragsabend der Sektion Bonn.

PowerPoint-Präsentation zur Veranstaltung

 
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