Nachschau – Veranstaltung am 09.08.2018

 
 

Gemeinde Buseck
Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V.
Offizier-Verein Frankfurt am Main 1867 e.V.
Traditionskreis Raketenartileriebataillon 52 und Begleitbatterie 5
VdRBw e.V. – Landesgruppe Hessen

 
 
 
 

30. Busecker Forum
für Sicherheitspolitik

mit dem Thema

Außen- und sicherheitspolitische Prioritäten
für Deutschland und Europa

Standhalten in einer zerrissenen Welt

 
Referent:

Brigadegeneral a.D. Armin Staigis

Vorsitzender des Freundeskreises der
Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Berlin
Foto: BAKS/Mochow
 

am Donnerstag, 09. August 2018, 19.30 Uhr
im Kulturzentrum Buseck
Am Schlosspark, 35418 Buseck

 

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vom 10.08.2018

30. Busecker Forum zur Sicherheitspolitik

zum aktuellen globalen Konfliktpotenzial

GROSSEN-BUSECK – (lsm). Seit dem Ende des Kalten Krieges haben sich Deutschland und Europa fast dauerhaft in dem selbstverständlich gewordenen Frieden sicher gefühlt. Dass ein Krieg momentan im ungünstigsten Fall aber nur einen Wimpernschlag weit entfernt sein könnte, erklärte Brigadegeneral a. D. Armin Staigis als Vorsitzender des Freundeskreises der Bundesakademie für Sicherheitspolitik.

Er referierte im Rahmen des 30. Busecker Forums für Sicherheitspolitik zum Thema „Außen- und sicherheitspolitische Prioritäten für Deutschland und Europa: Standhalten in einer zerrissenen Welt“. Eingeladen hatte im Namen der Gesellschaft für Sicherheitspolitik Oberstleutnant der Reserve Hans Peter Hess, der in seiner Einführung kurz auf die Geschichte des Forums einging. Mitveranstalter Bürgermeister Dirk Haas thematisierte in seiner Rede zu Beginn kurz die deutschen Beziehungen zu den USA: „Wir müssen schauen, dass die Kurznachrichten eines einzelnen Präsidenten nicht die Freundschaft, die über Jahrzehnte gewachsen ist, kaputt machen.“

In einem packenden Vortrag thematisierte Staigis anschließend das umfassende Konfliktpotenzial unserer Zeit. „Wahrscheinlich haben wir erst jetzt das Ende der Nachkriegszeit erreicht, weil sich die Welt erst jetzt neu ordnet.“ Mit dem neuen Präsidenten Donald Trump setze Amerika immer rücksichtloser seine eigenen Interessen durch und nehme die Welt als Arena wahr, während China immer mehr zur Weltmacht aufstrebe. Weitere Akteure wie etwa Saudi-Arabien, der Iran oder die Türkei würden momentan zwar vor allem regional agieren, könnten aber auch globale Auswirkungen haben.

Daraus entsteht laut Staigis ein gefährliches Spiel der Kräfte, das durch ein internationales Wettrüsten und die Verwischung der Grenzen zwischen Krieg und Frieden verschärft werde. Die Aufgabe der Europäischen Union sei es vor diesem Hintergrund nicht mehr nur, den Frieden innerhalb Europas zu sichern, sondern zu einer Kultur der Selbstbehauptung überzugehen.

Aus dieser Analyse leitete er einige Handlungsansätze ab. Zunächst müsse die gesamtstaatliche Sicherheitsvorsorge vorangetrieben werden. Dazu gehöre es auch, Ressourcen für die umfassende Verteidigungsfähigkeit zur Verfügung zu stellen.
Außerdem müsse das eigene Denken verändert werden: „Wir müssen begreifen, in Katastrophen zu denken. Dann werden die Katastrophen uns nicht mehr so sehr überraschen, wie sie das in den letzten fünf bis sechs Jahren getan haben.“ Um die Sicherheit und den Frieden in Deutschland zu erhalten, dürfe man sich nicht länger vom Schutz der USA abhängig machen.

Gemeinsam agieren

Es sei nun wichtig, die Verbindung zu den europäischen Verbündeten zu stärken, eine gemeinsame strategische Kultur zu entwickeln und alle Anstrengungen zu unternehmen, um gemeinsam in Europa handlungsfähig zu bleiben.

Staigis kritisierte auch das fehlende interdisziplinäre Vorgehen der verschiedenen Akteure und Instrumente, da Kriege und Krisen nur so wirkungsvoll eingedämmt oder verhindert werden könnten. Außerdem müsse die Politik zu einem festen Regelwerk der internationalen Ordnung zurückkehren und keinen Abstand von den eigenen Prinzipien nehmen.

Mit kritischem Blick auf die USA betonte er, „wer ‚wir zuerst‘ zu seiner politischen Maxime macht, muss sich nicht wundern, wenn andere es ihm gleichtun.“ Für das eigene Handeln als Bürger rief er dazu auf, sich die Lernfähigkeit zu bewahren und zu erkennen, dass es meistens nicht nur eine Lösung für ein Problem gibt. Zudem müsse man beginnen, sich bewusst mit einer unbequemen Zukunft auseinanderzusetzen, um von ihr nicht überrascht zu werden.

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