Nachschau – Veranstaltung am 24.09.2018

 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Nordkorea

Wie ein gescheiterter Staat überleben kann

 

Referent:

Dr. Thomas Beck

Dozent an der Hochschule des Bundes, Brühl

 

am Montag, 24. September 2018, 19:30 Uhr
im Hotel Krupp
Poststraße 4, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler

 

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vom 17.10.2018

Internationale Politik in der Kreisstadt:

Nordkorea im Fokus

Experte Dr. Thomas Beck referiert im Hotel Krupp – Foto: Brigitte Schmidhofer

Bad Neuenahr. Vortrag über die große, internationale Politik in Bad Neuenahr. Wie ist es möglich, dass der Machthaber eines Staates wie Nordkorea den mächtigsten Mann der Welt aus den USA herausfordern kann? Das war eine der Fragen, auf die innerhalb eines Vortrags- und Diskussionsabend der Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) eine Antwort gegeben wurde.

„Nordkorea, wie ein gescheiterter Staat überleben kann.“ Das war das Thema des von Sektionsleiter Josef Schmidhofer geleiteten Abends, zu dem sich rund 70 Interessierte im Hotel Krupp in Bad Neuenahr eingefunden hatten. Koreaexperte Dr. Thomas Beck, seit 28 Jahren mit einer Südkoreanerin verheiratet, begann mit einem kurzen Rückblick auf die Geschichte von Nordkorea. Sie begann 1948 und war gekennzeichnet von Selbstisolation, Hungersnöten, einem ausgeprägten Personenkult sowie „Beinahe-Zusammenbrüchen“ des Systems. Trotzdem überlebte Nordkorea 70 Jahre und damit deutlich länger als andere totalitäre und autoritäre Regime. Eine wesentliche Rolle dabei spielten die gut ausgebildeten und ausgerüsteten Streitkräfte sowie ihre nuklearen Möglichkeiten. Kein Zweifel bestand darüber, dass die skrupellosen Machthaber im Falle einer weiteren kriegerischen Auseinandersetzung ihre Atomwaffen auch einsetzen würden. Das ließ umliegende, einflussreiche Mächte vorsichtig werden. Über viele Jahrzehnte galt der Grundsatz: „Die Armee zuerst und erst danach Politik und Wirtschaft.“

Erst mit der überraschenden Übernahme der Macht im Dezember 2011 durch den 29-jährigen Kim Jong Un, begann ein vorsichtiges „Umsteuern“ des bisher vollkommen abgeschotteten Staates. Die „Armee-zuerst-Politik“ ließ man vorsichtig auslaufen, dafür rückte die Partei wieder in den Mittelpunkt. Nach Westen erfolgte eine „behutsame Öffnung“ einschließlich einer gesteuerten Zulassung moderner Medien, welche die Volksnähe des großen Führers medienwirksam propagierten. Die Spontanität Kims ist eine charakteristische Eigenschaft, die vielleicht ein wenig die Beziehung zu Trump erklären kann.

Auch wirtschaftlich sind unter Kim zaghafte Versuche einer Annäherung an Südkorea und China erkennbar. „Wandel durch Annäherung“, war nach Dr. Thomas Beck auch das in Deutschland einst propagierte Motto. Trotzdem wären sich Politikexperten einig, dass man die Situation der beiden deutschen Staaten nicht mit der Süd- und Nordkoreas vergleichen könne, die Entwicklungsunterschiede seien wesentlich gravierender. Der Referent stellte fest, dass der Status Quo in Korea mit all seinen Gefahren kalkulierbarer sei als ein Zusammenbruch des Nordens.

Ein möglicher Friedensvertrag zwischen beiden koreanischen Staaten sei allerdings keine Utopie mehr. Voraussetzung dazu sei aber auch die Bereitschaft zum Kompromiss der bedeutendsten Einflussmächte, wie Japan, Russland, USA und China. Nur dann sei, so wie in Deutschland, eine Vereinigung von Nord- und Südkorea möglich. – kkr/tar

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