Nachschau - Veranstaltung am 20.02.2018

 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Der Internationale Währungsfonds –

Geschichte, Mandate und Verantwortung in einer Welt im Wandel

 
Referent:

Rainer Köhler

Internationaler Währungsfond, Washington
 

am Dienstag, 20. Februar 2018, 18:00 Uhr
im Kasino der Immelmann-Kaserne
Flugplatz 6, 29225 Celle-Wietzenbruch

 

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Bericht der Sektion Celle

Der Internationale Währungsfonds

Feuerwehr in finanziellen Krisensituationen

Von Hans-Peter Grathwol
Rainer Köhler vom IWF spricht im Kasino der Immelmann-Kaserne - Foto: Heiko Wolff

Rainer Köhler sprach im Kasino Celle vor Mitgliedern der Gesellschaft für Sicherheitspolitik – Sektion Celle – und der Gemeinschaft der Heeresflieger Celle-Faßberg e.V. über den Internationalen Währungsfonds, seine Geschichte und seine Verantwortung heute. Dabei brachte er auch persönliche Erfahrungen mit ein, die er während seiner fast 20-jährigen Zugehörigkeit zum Internationalen Währungsfonds (IWF) gesammelt hat. Er leitet seit drei Jahren im Zentralbereich Statistik die Abteilung Öffentliche Finanzen. Damit trägt er die Verantwortung für die Entwicklung von öffentlichen Finanzstatistiken und für die Umsetzung dieser Konzepte in den IWF-Mitgliedsstaaten.

Die Ursprünge des IWF, so Köhler, gingen auf die Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren zurück. Durch protektionistische Maßnahmen, Abwertungswettläufe bei den Währungen und Einschränkungen der Devisenmärkte hatte die Krise auch im Bereich des internationalen Finanz- und Währungssystems zerstörerische Konsequenzen. Daher wurden vor 73 Jahren der IWF und seine Schwesterorganisation, die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (verkürzt auch „Weltbank“ genannt) gegründet. Deutschland trat sieben Jahre nach Kriegsende 1952 als 54. Mitglied dem IWF und der Weltbank bei. Heute gehören 189 Länder den beiden Institutionen an. Deutschland ist nach den USA, Japan und China der viertgrößte Anteilseigner beim IWF und bei der Weltbank. Damit trägt Deutschland eine große Verantwortung dafür, gemeinsam mit den anderen Mitgliedsstaaten Finanzmärkte, Währungsordnungen, Handel und Entwicklungspolitik zu gestalten.

Für Deutschland, so betonte Köhler, sei der IWF also ein wichtiger Partner. Das Mandat des IWF bestünde darin, die Stabilität des internationalen Währungssystems zu gewährleisten – das System der Wechselkurse und internationalen Zahlungen, das es den Ländern ermöglicht, Güter und Dienstleistungen voneinander zu kaufen. Dies sei von entscheidender Bedeutung, wenn nachhaltiges Wirtschaftswachstum gesichert und der allgemeine Lebensstandard erhöht werden sollen.

Im Mittelpunkt der tagtäglichen IWF-Arbeit stünden vor allem drei zentrale Aufgaben: Die Analyse und Bewertung der Politik der Mitgliedsländer sowie Politikberatung im Rahmen multilateraler und bilateraler Überwachung, die Gewährung vorübergehender Finanzhilfen an Mitgliedsstaaten, um sie bei der Bewältigung von Zahlungsbilanzproblemen zu unterstützen und die Bereitstellung von technischer Hilfe und Ausbildung für den Aufbau von Fachkenntnissen und Institutionen, die ein Land für die Verfolgung einer soliden Wirtschaftspolitik benötigt.

Köhler erläuterte, dass gegenwärtig die Herausforderungen des Welthandels, die nachlassende Produktivität, die Einkommensungleichheit sowie der Kompetenzaufbau beim Schuldenmanagement als Themen im Vordergrund der Politikanalyse und Beratung stünden, um Wachstumsimpulse für die Weltwirtschaft zu fördern bzw. aufrechtzuerhalten. Er schloss seinen Vortrag mit eindrucksvollen Kurzberichten und Bildern über seine Ländermissionen in Eritrea, Mauritius, Nepal, Seychellen und Sierra Leone aus seiner mehrjährigen Mitarbeit als Länderökonom in der Afrikaabteilung ab.

Die anschließende, angeregte Diskussion bestätigte das große Interesse der Zuhörer für das Thema.

 
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