Nachschau - Veranstaltung am 24.01.2018

 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Sicherheitspolitik im Cyber-Zeitalter:
Eine gesamtstaatliche Herausforderung?

 
Referent:

Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann

Präsident der Clausewitz-Gesellschaft
Foto: Clausewitz-Gesellschaft
 

am Mittwoch, 24. Januar 2018, 19.00 Uhr

im EWE - Kundencenter Bremervörde
Marktstr. 20 - rückwärtiger Eingang

 

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vom 05.02.2018

Cyberabwehr erfordert internationale Zusammenarbeit

Bremervörde: Gesellschaft für Sicherheitspolitik veranstaltet ersten Vortragsabend des Jahres – Thema: Gefahren aus dem Netz

 
Der Referent, Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann (Mitte), mit Werner Hinrichs (links) und Axel Loos von der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, Sektion Bremervörde. - Foto: bz

BREMERVÖRDE. Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann hat kürzlich auf Einladung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik im EWE-Kundencenter in Bremervörde über die „Sicherheitspolitik im Cyber-Zeitalter“ referiert. Der ehemalige Leiter der militärischen Verbindungsorganisation und Direktor der NATO Communication and Information System Services Agency (NCSA) berichtete aus eigener praktischer Erfahrung über die Gefahren aus dem Netz.

Das Internet und seine Nutzung, so Herrmann, sei aus keinem Bereich des menschlichen Lebens mehr wegzudenken. Das gelte sowohl für zivile als auch militärische Anwendungen. Die hohe Brisanz, die Cyber-Angriffe mit sich brächten, ergebe sich aus der äußerst kurzen Reaktionszeit des Betroffenen und der unmittelbaren Wirkung des Angriffes mit weitreichenden Folgen. Als Formen des Cyber-Angriffes nannte der Referent das Phishing nach Kennwörtern, verdecktes Mitlesen von Nachrichten oder die Lahmlegung von Computerfunktionen. Dazu seien heute keine besonders großen technischen Fähigkeiten mehr nötig. Die entsprechende Hacker-Software gebe es zu kaufen.

Wie wehrt sich ein Land, eine Gesellschaft gegen solche Angriffe, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten? Herrmann verwies auf den Militärtheoretiker Carl von Clausewitz, der den Cyber-Raum neben dem Land, der See, der Luft und des Weltraumes als vierten Raum betrachtet, in dem sich gewaltsame Konflikte abspielen. Nach Clausewitz besteht das Wesensmerkmal des Krieges darin, dem Gegner mit Gewalt seinen Willen aufzuzwingen. Erst aus der Kombination von Fähigkeit und Absicht ergebe sich eine echte Bedrohung, erklärte Herrmann. Der Kreis derer, die neben den technischen Fähigkeiten und dem Know How auch über eine Einbindung in politische und militärischen Strategie verfügten, sei begrenzt. Allerdings: Anders als in den bisherigen Konflikten existiere kein brauchbares Frühwarnsystem. So bedürfe man zur effektiven Bedrohungsanalyse Erkenntnisse aus anderen Quellen, um Cyber-Angriffe richtig zu interpretieren. Um Angriffe abwehren zu können, müsse man mit der technischen Entwicklung Schritt halten, betonte der Referent. Man müsse erst einmal erkennen, dass man angegriffen wird. „Wie viele von Ihnen können denn sicher sein, dass ihr Computer nicht schon längst unbemerkt von einem Virus befallen ist?“, fragte Herrmann in die Runde. Abschließend spiele dann auch die Expertise zur Analyse von identifizierter Schadsoftware eine Rolle. Darüber hinaus müsse kritische Infrastruktur – zum Beispiel Wasser- oder Energieversorgung – widerstandsfähig sein.

Deutschland sei alleine für diese Aufgaben nicht gerüstet. Die EU und die NATO müssten in der Cyberabwehr zusammenarbeiten. Die virtuelle Bedrohung zwinge zur engeren Zusammenarbeit nicht nur zwischen der Bundeswehr und dem Innenministerium sondern auch noch zwischen vielen weiteren zivilen Behörden. So seien auch die Polizei und das Auswärtige Amt an weltraumgestützten Systemen zur Informationsgewinnung und -verarbeitung beteiligt. - (bz/fs)

 
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