Sektion Erftkreis / Euskirchen

 

Nachschau - Veranstaltung am 15.01.2015

 
 
 

Vortragsabend

zum Thema

„Die Polizei in sicherheitspolitischer Pflicht:
Schwerer Verkehrsunfall - und dann?

Vertrauen in Recht und Rechtssicherheit oder ohnmächtiges Ausgeliefertsein?"

Referent:

Erster Polizeihauptkommissar Karl Hermwille

Leiter Kommissariat „Bearbeitung schwere Verkehrsunfälle“, Köln
 

am Donnerstag, 15. Januar 2015, 19.30 Uhr
im Schützenheim der St. Sebastianus
Schützenbruderschaft Lechenich e.V.
Heinrich-Zimmermann-Weg, Erftstadt-Lechenich

 

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Eigenbericht der Sektion Rhein-Erft-Kreis / Kreis Euskirchen

Schwerer Verkehrsunfall - und dann?

Schwerer Verkehrsunfall - Foto: Thue

Den Auftakt unserer Veranstaltungen im Jahr 2015 machte unser Erftstädter Mitbürger Karl Hermwille, Leiter des Kommissariats „Bearbeitung schwere Verkehrsunfälle“, beim Polizeipräsidium Köln. Dank seiner Initiative, der Unterstützung seines direkten Vorgesetzten und des Innenministeriums NRW ist es gelungen, beim Polizeipräsidium Köln ein Schwerpunktkommissariat für Unfallaufnahme, Ermittlungen und Rekonstruktion aufzubauen, das in Deutschland einmalig ist.

In seinem Kommissariat wurden Spezialisten der Unfallermittlung zusammengeführt, die sich seit einigen Jahren ausschließlich mit Unfallaufnahmen und Unfalluntersuchungen befassen. Spezialisierung und großes Fachwissen sind das Ergebnis dieser engagierten Arbeit. Hinzu kommt modernste technische Spezialausrüstung.

An Hand von drei eindrucksvollen Beispielen schilderte der Referent, wie es gelungen ist, schwierigste Unfallsituationen aufzuklären, hier in zwei Fällen - und auch darüber hinaus - mit anderen Ergebnissen als die beauftragten Sachverständigen. So gelang es z.B., einen am Tod eines Verkehrsopfers als Mitschuldigen bezichtigten Fahrer als vollkommen unschuldig zu entlasten. Solche Fälle führten dann dazu, dass ein Gutachter eine weitere Zusammenarbeit mit H. ablehnte und sich über ihn beschwerte. Folglich kam es im Strafverfahren zum Einsatz eines Obergutachters, der dann die Ermittlungsergebnisse von H.´s Spezialisten bestätigte. Inzwischen verzichten hiesige Staatsanwälte bereits auf die Hinzuziehung eines Sachverständigen, wenn Hermwilles Verkehrsuntersuchungsteam im Einsatz ist.

Sein Kommissariat hat sich mittlerweile einen Ruf erworben, der weit über die Grenzen Kölns hinausgeht. Häufig werden seine Mitarbeiter auch zu Unfallaufnahmen angefordert, die über die originären und regionalen Zuständigkeiten hinausgehen. Trotzdem beklagte der Referent einen immer noch vorkommenden bürokratischen Rückzug von Kollegen auf primäre Zuständigkeiten nach dem kindlichen Motto: „Das hier ist aber mein Förmchen.“

Dass die Kollegen damit die betroffenen Menschen im Sinne der Frage des Vortragsthemas nach dem „ohnmächtigen Ausgeliefertsein“ aus den Augen zu verlieren drohen, machte H. eindringlich deutlich.

In der sehr engagiert geführten Diskussion führte dieses Manko zu der Schlussbemerkung eines Teilnehmers, dass man sich auf hoher See und vor Gericht bekanntlich allein in Gottes Hand befinde.

Burkhard Popien

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