Nachschau - Veranstaltung am 30.10.2014

 

Vortragsabend

zum Thema

„Außen- und Sicherheitspolitik –
zur strategischen Rolle und Verantwortung Deutschlands“

Referent:

Brigadegeneral a.D. Armin Staigis

Vizepräsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik
 

am Donnerstag, 30. Oktober 2014, 19.00 Uhr
Stadthalle Detmold
Schloßplatz 7, 32756 Detmold

 
 
vlnr.: Oberst d.R. Karl-Heinz Schwarze(Bezirksleiter Verband der Reservisten der BW); BG a.D. Gerhard Kemmler (neuer GSP-Landesvorsitzender für NRW); BD a.D. A. Staigis; Dr. K.-H. Schloßstein (SL Lippe-Detmold); Stuffz d.R. Adrian Stein (Verband der Reservisten); OTL d.R. Bernd Ehlebracht (Verband der Reservisten)
vom 1./2. November 2014

Deutschland soll sich der Aufgabe stellen

Brigadegeneral a.D. wirbt für Engagement in der Außen- und Sicherheitspolitik

Von Torben Gocke
Lageeinschätzung: Außen- und Sicherheitspolitik wird künftig nur noch als gemeinschaftliches Vorhaben gelingen, sagt Brigadegeneral a.D. Armin Staigis während seines Vortrages in Detmold. FOTO: GOCKE

„Weiter kommen wir künftig nur gemeinsam." Für diese Formel hat sich der Vizepräsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Armin Staigis, bei einem Vortrag in der Stadthalle stark gemacht.

Detmold. „Deutschland braucht einen Kompass, um sich in den kommenden Jahren im Strom der globalen Veränderungen orientieren zu können", erklärte der Brigadegeneral a.D., der auf Einladung der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik nach Detmold gekommen war. Denn ohne ein tragfähiges Konzept seien keine Antworten auf die kommenden Fragen zu finden. Die bisherige Strategie, „erst einmal zu schauen, was die anderen machen und dann entweder folgen oder nicht - das funktioniert heute nicht mehr", betonte Staigis.

Seit den 1990er Jahren habe sich vieles verändert, Deutschland sei heute eine Führungsmacht in Europa. Entsprechend fatal sei es, sich dieser Aufgabe nicht zu stellen. Auf den Punkt bringt es für ihn der ehemalige polnische Außenminister Radoslaw Sikorski.Von ihm stammt das Zitat: „Deutsche Macht fürchte ich heute weniger als deutsche Untätigkeit."

Als wichtige Leitlinien für ein deutsches Engagement in Fragen von Außen- und Sicherspolitik brachte Staigis im Folgenden mehrere Konstanten ins Spiel. An erster Stelle setzte er die Aussöhnung mit Frankreich, ein Thema, dem er nach wie vor größte Aktualität zuschreibt. „Denn eine sehr enge Kooperation mit Frankreich ist existenziell für beide Seiten", sagte er. Sie bilden für ihn gemeinsam die Mitte Europas, aus der Impulse für alle 28 Mitgliedsstaaten der EU kommen müssten.

Darüber hinaus dürfe nicht am europäischen Einigungswerk gerüttelt werden, was besonders im Angesicht der Ergebnisse der jüngsten Europawahl betont werden müsse. Das Denken in Kategorien bloßer Nationalstaatlichkeit bezeichnete Staigis als „Schritt zurück", der auf Fragen der Zukunft keine Antworten bereit halten werde.

Weitere Konstanten müssten in der Westbindung, aber auch in der Aussöhnung mit dem Osten bestehen. Gerade jetzt sei es unerlässlich, sich Gesprächskanäle offen zu halten und weiter nach gemeinsamen Lösungen zu suchen. „Und ich bin zuversichtlich, dass dies gelingen wird, denn wir haben schon zu schwierigeren Zeiten als diesen eine Verbindung nach Moskau gehalten", erklärte der General a.D.

Hinsichtlich der Entwicklungen in der Ukraine werde man möglicherweise einige neue „Trennlinien" zwischen Moskau und dem Westen akzeptieren müssen. Langfristig werde es aber nur gemeinsam weiter gehen. Die Fragen der globalisierten Welt seien nicht mehr Fragen einzelner Staaten.

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