Nachschau - Veranstaltung 06. - 09.05.2018

 
 
 
 
 

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Informationsreise

Marinestützpunkt Wilhelmshaven

und

Fliegerhorst Jever

 
 
 

Foto WHV: GSP / Foto Jever: - TSGT Jose Lopez JR, gemeinfrei

 
Bericht der Sektion Lippstadt

An der Nordseeküste

GSP Lippstadt auf Friesland-Tour

Von Ralf Margott
  • Einsatzgruppenversorger „Berlin“ der Bundesmarine im Stützpunkt Wilhelmshaven - Foto: GSP Lippstadt

  • Die Reisegruppe auf der „Berlin“ - Foto: GSP Lippstadt

  • Hafenidylle in Neuharlingersiel - Foto: GSP Lippstadt

  • Gruppenbild bei den Objektschützern in Upjever - Foto: GSP Lippstadt

Vier Tage lang waren Mitglieder und Freunde der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) - Sektion Lippstadt- an der Nordseeküste unterwegs. Im Dreieck zwischen Jever-Neuharlingersiel und Wilhelmshaven wurden gezielt unterschiedliche Standorte aufgesucht, um ein möglichst breites Spektrum an Informationen zu bekommen über sicherheitspolitische Entwicklungsprozesse sowie über ökonomische und kulturhistorische Veränderungen.

In Zusammenarbeit mit dem Jugendoffizier Kapitänleutnant Henrik Siebenmorgen aus Düsseldorf hatte Geschäftsführer Dieter Brand den Bereich der strategischen Sicherheit logistisch vorbereitet. So konnten die Seminarteilnehmer sowohl beim Objektschutzregiment der Luftwaffe „Friesland“ auf dem Fliegerhorst Upjever als auch im Marinestützpunkt Wilhelmshaven umfassende Einblicke gewinnen in die aktuellen Strukturveränderungen innerhalb der Bundeswehr. Vor allem der Besuch auf der “Berlin“ in Wilhelmshaven machte deutlich, dass es vielfältige Probleme gibt, sowohl beim Personal als auch bei der Ausrüstung, die einen effektiven Einsatz der Bundeswehr belasten. Die Besichtigung der “Berlin“ und der Rundgang durch die ausgemusterten Schiffe im Marinemuseum ließen hautnah erfahren, welchen Belastungen die Besatzung ausgesetzt ist, wenn sie im Ernstfall über Wochen und Monate auf engstem Raum konfliktfrei zusammenleben muss.

Umfangreiche Informationen von Ralf Margott zur Stadtgeschichte des ersten deutschen Kriegshafens an der Jade machten deutlich, das sich von Wilhelmshaven aus, vor allem nach dem Verlust der Olympiawerke, bis 1970 mit 20 000 Beschäftigten noch einer der größten Büromaschinenhersteller der Welt, im gesamte Küstenverlauf zwischen dem Marinehafen und Hooksiel ein völlig neues ökonomisches Standbein entwickelt hat. Durch Aufspülung und modernen Küstenschutz ist Raum entstanden für hochmoderne Anlagen im größten Tiefwasserhafen Deutschlands. Da Ralf Margott diese Veränderungen aus eigener Anschauung kennt, konnte er u. a. differenziert über den Bau des Ölhafens, die Ansiedlung der Petrochemie, den Aufbau der Logistikindustrie und vor allem über den 2012 eröffneten JadeWeserPort berichten. In Hooksiel und Neuharlingersiel standen gravierende Veränderungen der kleinen Sielhäfen im Fokus. Spielten sie in der Vergangenheit als Hafen eine wichtige Rolle und waren bis Ende des Zweiten Weltkrieges auch militärische Stützpunkte, so haben sie sich im Schutze moderner Deichsicherungen inzwischen zu Hochburgen des Tourismus an der Nordseeküste entwickelt. Kaum vorstellbar, dass die heute von Tiefs (Flüsse) durchzogenen Marschregionen an der Küste durch Eindeichungen erst 1956 wieder zu sicherem Festland wurden, nachdem die Marcellusflut (1362) über die Harlebucht weite Teile des Hinterlandes überflutet hatte und Jever ein überregional wichtiger Hafen wurde. Diese geostrategisch wichtige Lage erweckte Begehrlichkeiten, nicht nur bei friesischen Häuptlingsgeschlechtern, sondern auch bei der Grafschaft Rietberg, den Grafen von Oldenburg, den Zaren in Russland, bei den Niederländern, bei Napoleon und nicht zuletzt auch bei den Preußen. Erst 1977 schien Jever endgültig Macht und Einfluss zu verlieren. Aber seit 1980 gibt es den Landkreis Friesland mit Jever als Kreisstadt. Insider vermuten, dass da das sagenumwobene Fräulein Maria zu Jever (1500-1575) wieder einmal Weichenstellerin war.

Beiträge von Michael Morkramer und Dr. Wolfgang Suchanek ergänzten die Palette der Informationsreise. Zum einen ging es um den Bezug des Marinevereins Lippstadt zur Kriegsmarine und zum anderen um die berühmte Varusschlacht bei Kalkriese, wo Arminius („Hermann“) ein Achtel des Gesamtheeres des Römischen Reiches vernichtete und damit eine entscheidende Weichenstellung für die Freiheit der Germanen erfolgte, was nicht zuletzt die glorreichen Zeiten der friesischen Freiheit ermöglichte.

 
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