Nachschau - Veranstaltung am 05.11.2016

 
 
 

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vom 09.11.2016

Bildung und Wirtschaft fördern

Landrat spricht sich für Initiativen in den Herkunftsländern der Flüchtlinge aus

Von HERBERT BUSCH

BÜCKEBURG. Jörg Farr hat während der von der Gesellschaft für Sicherheitspolitik im Hubschraubermuseum veranstalteten „Schaumburger Plattform" darauf aufmerksam gemacht, dass der Landkreis schon weit vor dem September 2015 die steigenden Flüchtlingszahlen im Blick gehabt habe. Die niedersächsischen Landkreise hätten die Situation bereits im März 2015 in der sogenannten Bad Nenndorfer Erklärung thematisiert, erläuterte der Landrat.

Damals waren Landkreisvertreter in Bad Nenndorf zusammengekommen, um frühzeitige Anregungen zu formulieren. Farrs Schilderungen zufolge spielten damals die dezentrale Unterbringung und der Einsatz von Flüchtlingssozialarbeitern herausragende Rollen. Mit Blick auf die dezentrale Unterbringung rief der Landrat ins Gedächtnis, dass in Schaumburg mittlerweile ein Bestand von mehr als 450 Wohnungen aufgebaut worden sei.

Beim Einsatz von Flüchtlingssozialarbeitern habe sich die Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt als vorteilhaft erwiesen. Bis zu 25 Frauen und Männer stünden als Ansprechpartner für Flüchtlinge, Ehrenamtler und Nachbarn zur Verfügung. Darüber hinaus sei an das enorme Engagement von Hilfsorganisationen und Privatpersonen sowie an sachliche Unterstützungen und menschliche Zuwendungen zu erinnern, erklärte der Landrat. „Eine unglaubliche Welle der Hilfsbereitschaft, die bis zum heutigen Tag anhält." Und: „Ich habe erlebt, wie die Stimmung sich änderte, wenn der abstrakte Begriff ,Flüchtling' sprichwörtlich ein Gesicht bekam."

Gegenwärtig leben Farrs Angaben gemäß ungefähr 3000 Asylsuchende in Schaumburg - etwas mehr als 2400 im Asylbewerberleistungsbezug und mehr als 500 mit anerkanntem Status im Jobcenter. Pro Monat erreichen den Landkreis jetzt etwa 40 Neuankömmlinge.

„Auch wenn das Thema in den Medien ein wenig an Bedeutung verloren hat", gab der Referent zu verstehen, „ wissen wir doch um die uns bevorstehenden Herausforderungen." Während zunächst Unterbringung, Verpflegung und medizinische Erstversorgung auf der Tagesordnung gestanden hätten, gelte es jetzt, den langwierigen und schwierigen Prozess der Integration zu bewältigen. „Dass wir diesen langen Atem gemeinsam haben und dass uns diese Eingliederung gelingt, ist nicht nur im Sinne der Flüchtlinge, sondern auch im Sinne der deutschen Gesellschaft."

Farr sprach sich dafür aus, Bildung und Wirtschaft in den Herkunftsländern zu fördern. Bei Vergleichen der in Aussicht stehenden Bevölkerungsentwicklung in Europa und auf dem afrikanischen Kontinent träten die Unterschiede deutlich zutage. „Wenn Menschen keine Perspektiven für ein gutes Leben, keine Zukunftshoffnungen für ihre Kinder haben und nicht einmal das Notwendigste zum Überleben besitzen, dann werden sie sich auch zukünftig auf den Weg machen."

Die Welt werde sich das heute zu konstatierende krasse Wohlstandsgefälle - Hunger und Eend auf der einen Seite, reiche Industrienationen auf der anderen - nicht auf Dauer leisten können. „ Wir wissen, welche positiven Entwicklungen Länder genommen haben, wenn ihren Bewohnern Zugang zu Bildung und Arbeit ermöglicht wurde", führte der Landrat aus. „Wir haben aber auch erlebt, was die Alternative ist und was aus Hoffnungslosigkeit erwachsen kann.

 
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