Nachschau - Veranstaltung am 20.03.2018

 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema
 
 

Wer schützt uns Verbraucher?

 
Referentin:

Dr. Astrid Droß

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Berlin
 

am Dienstag, 20. März 2018, 19.00 Uhr
im Hotel Lindgart
Lindenstr. 52, 32423 Minden

 

*****

 
vom 04.04.2018

Prävention statt Reaktion

Vortrag über Lebensmittelsicherheit / Dienstleister für Verbraucher und Wirtschaft

Von Herbert Busch

MINDEN/BÜCKEBURG. Die Sicherheit unserer Lebensmittel hat ein Vortrag in den Fokus gerückt, den Dr. Astrid Droß im Mindener Hotel „Lindgart“ vor der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) gehalten hat. Im Prinzip könnten die hierzulande angebotenen Lebensmittel als relativ sicher betrachtet werden, stellte die Vertreterin des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) fest.

Die im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft mit Hauptsitz in Braunschweig angesiedelte Behörde (in der die Referentin die Gruppe „Sicherheit der Lebensmittelkette“ leitet) versteht sich als Dienstleister für Verbraucher und Wirtschaft. Ziel des BVL ist es, kritische Entwicklungen für die Lebensmittelsicherheit möglichst so früh zu erkennen, dass vor Ausbruch einer Krise wirksame Gegenmaßnahmen getroffen werden können.

„Es geht darum, Reaktion durch Prävention zu ersetzen“, verdeutlichte die Expertin, die aus Minden stammt und hier ihre Abiturprüfung erfolgreich absolvierte. Mit seiner Zuständigkeit für die Schnellwarnsysteme, für die Koordinierung einer bundeseinheitlichen Lebensmittelüberwachung sowie für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, Tierarzneimitteln und gentechnisch veränderten Organismen besitze die Behörde alle Voraussetzungen, Synergien beim Einsatz vorbeugender Maßnahmen zu nutzen, auszubauen und neu zu schaffen.

Die 2002 erfolgte Gründung des Bundesamtes ging nicht zuletzt auf den in den späten 1990er-Jahren virulent gewordenen BSE-Skandal zurück. An den Folgen der Tierseuche (bovine spongiforme Enzephalopathie) starben bis 2007 weltweit etwa 200 Menschen; der Rindfleischmarkt brach zeitweise völlig zusammen, Zehntausende Rinder wurden notgeschlachtet.

Lebensmittelskandale sind unterdessen nicht nur aus der jüngeren Vergangenheit bekannt. Droß erinnerte daran, dass auch aus dem Mittelalter Verfehlungen überliefert sind, die mit zum Teil drastischen Strafen wie Pranger oder dem Abhacken einer Hand geahndet wurden. Safranfälschern drohte der Verlust des Augenlichts; betrügerische Bäcker kamen in einen über einer Jauchegrube aufgehängten Korb, den sie nur mit einem Sprung in die Gülle verlassen konnten.

Derzeit gilt im BVL Köstlichkeiten wie Mehlwurm-Burgern, Grillen-Pesto oder Heuschrecken am Spieß eine gewisse Aufmerksamkeit. In diesem Zusammenhang berichtete die Referentin, dass seit dem 1. Januar dieses Jahres eine neue europäische Verordnung regelt, wie essbare Insekten auf unsere Teller kommen können. Fortan gelte, dass alle Insekten oder insektenhaltige Produkte, die als Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden sollen, vorab gesundheitlich bewertet und zugelassen werden müssen, erläuterte die staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerin.

Der Nachfolgebehörde des Bundesgesundheitsamtes stehen für die Erledigung ihrer Aufgaben rund 500 Mitarbeiter (2002: 25) zur Verfügung. Diese kümmern sich auch um Koordination und Zusammenarbeit von und mit Bundes- und Landesbehörden sowie EU- und Drittlandbehörden. Um die in der Bundesrepublik auf Länderebene organisierte Lebensmittelüberwachung möglichst erfolgreich zu gestalten, werden pro Jahr bundesweit rund 400 000 Proben genommen.

 
Nach oben Zurück
Veranstaltungskalender
 

GSP-Veranstaltungskalender

Legende: Termin exportieren - Zur Sektionsseite - Termininfo versenden - Terminerinnerung anfordern - Bei Veranstaltung anmelden