Nachschau - Veranstaltung am 17.01.2018

 
 
 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Digitale Bildung, künstliche Intelligenz
und die Arbeitswelten der Zukunft

 
Referent:

Dr. Georg Schütte

Staatsekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung
Foto: © Denzel, Jesco / BPA
 
 

am Mittwoch, 17. Januar 2018, 19:00 Uhr
im Gymnasium Dionysianum
Anton-Führer-Strasse 2, 48431 Rheine

 

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vom 19.01.2018

Nicht weniger, sondern andere Arbeit

Vortrag von Staatssekretär Georg Schütte über digitale Bildung, künstliche Intelligenz und die Arbeitswelten der Zukunft

Von Chiara Pas
Heimspiel: Georg Schütte sprach in seiner alten Schule über die digitalisierte Zukunft. - Foto: Pas

RHEINE. Den einen macht sie große Angst, den anderen eröffnet sie unendliche Möglichkeiten: die Digitalisierung. Wie man mit dieser großen Veränderung im Leben des Menschen umgehen kann und was dies für die Zukunft der Bildung und der Arbeitswelt bedeutet, darüber sprach Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, am vergangenen Mittwoch in der Vortragsreihe der Gesellschaft für Sicherheitspolitik - Sektion Rheine. Er berichtete in der Aula des Gymnasium Dionysianums über seine Arbeit und die Themen Digitale Bildung. künstliche Intelligenz und die Arbeitswelten der Zukunft.

Für ihn war der Vortrag, laut eigener Aussage, ein echtes "Heimspiel". Schütte ist gebürtiger Rheinenser und machte sein Abitur am Gymnasium Dionysianum. Auf dem Weg von Bonn nach Berlin legte er also einen Zwischenstopp in seiner Heimatstadt ein, um vor einer bis auf den letzten Platz gefüllten Aula über Zukunftsthemen zu sprechen.

.Was ist die Digitalisierung eigentlich?", lautete seine erste Frage. Es handelt sich ja um ein Schlagwort, das zurzeit in aller Munde ist. Computer übernehmen heutzutage Dinge, die früher in der Realilät passiert sind", erläutene Schütte. Wir erheben heute mehr Daten als jemals zuvor, die Daten können viel einfacher abgespeichen werden, auch die Geschwindigkeit wird immer schneller: Damit verändere sich die Welt nicht schleichend oder schrittwelse, "wir erleben hier einen disruptiven Wandel", sagte Schütte. Dinge, die wir jahrelang so gemacht haben, werden verdrängt und fundamental veränden." Teile des ehemaligen Handwerks, wie zum Beispiel der Zeirungsdruck, verliefen heute digital.

Im zweiten Schriett widmete sich Schütte der Arbeitswelt. Diese habe sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder verändert: Von der Industrie 1.0 mit der Entwicklung der Dampfmaschine, über die Industrie der Massenproduktion und die Industrie der automatisierten Produktion sei man nun bei der Industrie 4.0 angekommen: der vernetzten Produktion. In der heutigen Zeit verbinden sich Produktion und Dienstleistung. Eine Smartwatch ist jetzt nicht mehr einfach nur eine Uhr", erläuterte der Staatssekretär. Mit den verschiedenen Apps könne sie nun zum Einkaufszettel oder zum Fitnesstrainer werden.

Und wie geht man mit einer solchen fundamentalen Veränderung nun um? Wir brauchen weiterhin gute Schüler, Studierende und Fachkräfte, die im MINT-Bereich ausgebildet sind verdeutlichte Schütte. Deutschland sei momentan im Gebiet der Industrie 4.0 ein gutes Vorbild. Um an der Spitze zu bleiben, bräuchte es weiterhin gute Fachkräfte. Auf Grund der Digitalisierung fürchten sich allerdings auch viele Arbeitnehmer, dass sie irgendwann durch Roboter ersetzt werden, berichtete der 55-Jährige. Allerdings ist er sich sicher: "Wir werden in Zukunft nicht weniger Arbeit, sondern andere Arbeit haben." Dafür sei eine andere Ausbildung in den Schulen wichtig. Wir müssen eine kluge Mischung finden, sagte Schütte. Man bräuchte sowohl Elemente des Kreativen Denkens, die Grundkenntnisse Lesen, Schreiben, Rechnen und den Kompetenzerwerb im Umgang mit der Digitalisierung - sowohl im Informatikunterricht und im Programmieren als auch in anderen Fächern.

Was das nun genau für die Zukunft der Schulen bedeute, erläuterte der Rheinenser in seinem nächsten Schritt: "High-Tech ersetzt nicht den direkten Kontakt." Lehrer als dauerhafte Begleitung der Schüler werden nie überflüssig. Man müsse die bisherige Arbeit der Lehrer mit den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung kombinieren.

Abschließend erläuterte Schütte, was diese Veränderungen nun für den Menschen bedeuten. Mit der Digiralisierung kämen sowohl große Erwartungen als auch Ängste. "Natürlich können Roboter Routinearbeiten der Menschen übernehmen. Wir können zum Beispiel mit Hilfe der Digitalisierung Operationssäle optimieren und die Organisation des Krankenhauses verbessern", erläuterte der 55-Jährige. "Der Mensch werde aber nicht überflüssig: Am Ende haben die Maschinen aber ihre Grenzen".

 
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