vom 28.02.2018

„Voll der Osten. Leben in der DDR“

Ausstellung im Dio über den Alltag in der ehemaligen DDR eröffnet

RHEINE. Das Dionysianum zeigt eine hochinteressante neue Ausstellung über den Alltag in der ehemaligen DDR. Es gibt einen Zusammenhang mit der Dokumentation über die russische kommunistische Revolution, die zurzeit an den Kaufmännischen Schulen zu sehen ist. Sie untersucht aber weniger die politischen Folgen, sondern vielmehr am Beispiel der DDR die Auswirkungen auf das Leben der Menschen im Alltag. Was sie so wertvoll macht, ist die Darstellung der Realität der DDR an kleinen alltäglichen Szenen: Einsame und alte Menschen, verliebte junge Paare, Rocker, Hooligans und Jugendliche, die sich in der Kirche für Frieden und Umwelt einsetzen.

Der Fotograf Harald Hauswald und der Historiker Stefan Wolle zeigen das Leben in der DDR ungeschminkt. Beide sind in der DDR groß geworden, beide hatten Konflikte mit der SED, weil sie den sozialistischen Grundsatz „Im Mittelpunkt steht der Mensch" zum Ärger der SED ernst nahmen. verfallende Fassaden, verkommene Kneipen und Warteschlangen vor den Geschäften sagen viel über die Herrschaft der SED aus. Sie klagen aber nicht an; Bilder und Texte sind vielmehr eine „Liebeserklärung an die Menschen der DDR". Sie bezeugen einen großen Respekt vor ihrer Lebensleistung in schwerer politischer Zeit.

In diesem Zusammenhang wurde bei der Eröffnung daran erinnert: „Es waren die DDR-Bürger, die im Herbst 1989 für Demokratie, Einheit, Recht und Freiheit aller Deutschen demonstriert haben." Für die Sektion Rheine der Gesellschaft für Sicherheitspolitik ist auch diese Ausstellung eine weitere politische Anregung, über den Wert der Demokratie nachzudenken. Sie wird erweitert um 18 Videointerviews. Diese kann der Betrachter mit einem internetfähigen Mobiltelefon per CR-Code abrufen. Es können auch Kontakte zu Zeitzeugen über die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin vermittelt werden.

Doch auch in Rheine gibt es zahlreiche Zeitzeugen, die den Jugendlichen aus eigener Erfahrung über den Alltag in der DDR berichten können. Sie sind besonders herzlich eingeladen. Diese Ausstellung besitzt nicht nur für Schüler der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer, die kurz vor dem Abitur stehen, einen hohen Informations- und Bildungswert. Alle Interessierten sind eingeladen, sich ein eigenes Bild vom Leben in der DDR zu machen. Die Ausstellung ist bis zum Beginn der Osterferien im Dionysianum zu sehen.

 
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