vom 31.01.2018

Ende des Kommunismus -
Anfang der Demokratie?

Ausstellung zum Thema Kommunismus in den Kaufmännischen Schulen

Die Ausstellung über Entstehung, Entwicklung und Folgen des Kommunismus soll zu einer eigenständigen Urteilsbildung anregen. - Foto: MV

RHEINE. Die russische Revolution unter Lenin vor hundert Jahren ist ein aktueller Anlass, sich auch heute noch mit dem Kommunismus auseinanderzusetzen. Damals begannen Lenin und später Stalin die Welt von Grund auf zu verändern. Mit den Mitteln der Diktatur und brutaler Gewalt versuchten sie, ihre politische Vorstellung weltweit durchzusetzen. Ziel war die Schaffung eines neuen Menschentyps. Millionen von Menschen wurden in den Folgejahren Opfer dieses totalitären Gesellschaftsentwurfs.

Zwar hat sich Wladimir Putin, Präsident der russischen Föderation, inzwischen davon klar distanziert, aber es stellt sich die Frage: Sind mit dem Ende der Sowjetunion Kommunismus und Diktatur wirklich erledigt und hat sich die Demokratie durchgesetzt? Für Deutschland mag das mit dem Ende der DDR und der Wiedervereinigung gelten, aber auch weltweit? Diese Frage greift die Ausstellung „Der Kommunismus in unserer Zeit" auf. Die überwiegende Mehrheit der Menschen lebt heute in autoritären Staaten, die noch immer Gewalt einsetzen und Menschenrechte verletzen. Das kommunistische China schickt sich gerade an, Weltmacht zu werden, während die westliche Demokratie in Europa und den USA an Glaubwürdigkeit verliert und innen-und außenpolitisch gefährdet ist . Kann man so komplexe unterschiedliche Vorgänge überhaupt miteinander vergleichen?

„Das muss man sogar, um sich ein eigenes Urteil zu bilden“, sagt Schulleiter Ralf König. Dieses Ziel verfolgt die Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter". Sie wird an den Kaufmännischen Schulen in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Sicherheitspolitik bis zu den Osterferien gezeigt, gibt aber kein abschließendes Urteil vor. Vielmehr fordert sie zur Auseinandersetzung von kommunistischer und autoritärer Diktatur mit der Demokratie auf. Die Ausstellung wurde von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Deutschen Historischen Museum Berlin erstellt „Die Ausstellung ist so konzipiert, dass 25 Schautafeln über 200 zeithistorische Fotos und Dokumente Zeigen“, erläuterte Alfred Franz von der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, Sektion Rheine. Durch Links können sich lnteressierte weitere Materialien über das Internet erschließen. Die beiden Fachlehrer Hagemann und Maasen haben Arbeitsgruppen gebildet, um ihren Oberstufenschülern den Einstieg in die komplexe Ausstellung zu erleichtern. Sie besuchen am Wirtschaftsgymnasium der Kaufmännischen Schulen den Schwerpunkt Gesellschaftslehre mit Geschichte. Jedes Team befasst sich zunächst nur mit einer von 25 Spezialfragen. Abschließend werden dann im Unterricht die Ergebnisse zusammengetragen und verglichen.

Da diese Ausstellung fächerübergreifend ist und für eine eigene kritische Urteilsfindung das notwendige Basiswissen bereitstellt, ist sie nicht nur für Schüler interessant. Sie wird in den Kaufmännischen Schulen bis zu den Osterferien gezeigt. Jeder Interessierte ist dazu eingeladen.

 
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