Nachschau - Veranstaltung am 11.10.2016

 
 
 

Vortrag und Diskussion

zum Thema

Zwischen Krieg und Frieden –
Perspektiven für den Nahen Osten

 
Referent:

Simon Jacob

Gründungsvorsitzender und Friedenbotschafter
des Zentralrats Orientalischer Christen in Deutschland e.V.
 

am Dienstag, 11. Oktober 2016, 19.00 Uhr
in der Reinhardt-Kaserne, Olga-Saal
Hohenstaufenstraße 2a, 73477 Ellwangen (Jagst)

 
Foto: YouTube
 

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vom 13.10.2016

Wintervortrag

Sexueller Frust mündet in Gewalt und Terror

Simon Jacob, Sprecher der orientalischen Christen in Deutschland, hat Chancen auf Frieden in Nahost ausgelotet

Von Gerhard Königer

Ellwangen. Der Reservistenverband und die Sektion Ostwürttemberg der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) bringen immer wieder interessante Redner nach Ellwangen. Am Dienstag sprach Simon Jacob, der mehrere Monate die Türkei, Syrien, den Irak und Georgien bereiste. Er sprach mit Politikern, Flüchtlingen und Kämpfern in den Krisengebieten, um die Stimmung in der Bevölkerung auszuloten.

Was der in Ost-Anatolien geborene Simon Jacob den rund 50 Zuhörern im Olgasaal der Reinhardt- Kaserne schilderte, war bedrückend. Fotos und Videoschnipsel zeigten die Spuren barbarischer Gräueltaten, man sah zerstörte Städte wie Sindschar und hörte von einer starken Friedenssehnsucht, die in zahlreichen Interviews deutlich wurde.

Der 37-jährige Selfmade-Journalist erinnerte bisweilen an den Kollegen Todenhöfer, scheint jedoch die Verhältnisse und die Mentalität im Grenzgebiet zwischen Türkei, Irak und Syrien viel besser zu kennen. Sehr überraschend war seine Erklärung der erbitterten Kämpfe: Die jungen Männer im arabischen Raum seien sexuell frustriert, daher kämen die Aggression, Gewalt und Terror.

Ein arabischer Mann ohne Arbeit oder
Geld hat keine Chance zu heiraten.

Simon Jacob
Sprecher der orientalischen Christen in Deutschland

Nur wer finanziell entsprechend aufgestellt ist, könne im arabischen Kulturkreis heiraten und eine Familie gründen. Im Irak und in Syrien hätten aufgrund der desolaten wirtschaftlichen Lage jedoch die wenigsten jungen Männer eine derartige Perspektive. Voreheliche Annäherung an Frauen sei absolut tabu. Der IS biete seinen Kämpfern jedoch Geld und die Ausssicht auf eine Sex-Sklavin, woraus, so Jacob, ein Stück weit der Zulauf für die Terrorgruppe resultiere.

So eigenwillig Jacobs Erklärung für die Aggression, so logisch schlussfolgernd sein Rat, wie die Region wieder zu befrieden sei: Eine Gleichstellung der Frau und eine sexuelle Befreiung müssten flankiert werden von einer Bildungsoffensive und einer Wirtschaftsförderung. Die Unterstützung egal welcher Gruppierung mit Waffen sei dagegen kontraproduktiv. Der Redner machte auch deutlich, dass die Al Nusra-Front die größere Gefahr in der Region sei. Das Ende des IS sei bereits absehbar, seine Kämpfer seien längst nicht so fanatisch wie die extremen Fundamentalisten der Al Kaida-nahen Al Nusra-Front.

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Simon Jacob und das Projekt „Peacemaker“

Simon Jacob wurde in Kafro (Türkei) geboren, er war zwei Jahre alt, da flohen seine Eltern , Mitglieder einer syrisch-orthodoxe Gemeinde, nach Deutschland. Jacob wuchs in Augsburg auf, besuchte die Realschule und absolvierte den Wehrdienst. Sein Job als Manager gab er auf, um im Nahen Osten für den Frieden zu werben. „Peacemaker“ ist der Titel seiner Initiative und seines Vereins. Jacob will bei Gesprächen in den Krisengebieten für den Frieden werben. In Europa arbeitet er für Aufklärung und eine Unterstützung der Friedensinitiative. (gek)

 

Lesen Sie bitte auch den Beitrag der Ipf- und Jagst-Zeitung.

 
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