Nachschau - Veranstaltung am 16.01.2017

 
 
 
 

Sicherheitspolitischer Vortrag

mit anschließendem

Neujahrsempfang

 
Festvortrag zum Thema

Deutsche Sicherheitspolitik und die Bundeswehr
vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen

 
Referent:

Generalleutnant Richard Roßmanith

Befehlshaber Multinationales Kommando Operative Führung in Ulm
 

am Montag, 16. Januar 2017, 19.00 Uhr
in der Reinhardt-Kaserne, Olga-Saal
Hohenstaufenstraße 2a, 73477 Ellwangen (Jagst)

 

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vom 18.01.2017

„Wir alle bezahlen heute den Preis für unser Nichtstun“

Generalleutnant Richard Roßmanith spricht im Olgasaal über Sicherheitspolitik

Ellwangen (sj). Einen Einsatz der Bundeswehr im Innern Deutschlands hält Generalleutnant Richard Roßmanith angesichts des Terrorismus für legitim. Der Befehlshaber des Multinationalen Kommandos Operative Führung/Multinational Joint Headquarters Ulm, sprach am Montagabend in der Reihe der Wintervorträge im Olgasaal der Reinhardt-Kaserne zum Thema „Die Deutsche Sicherheitspolitik und die Bundeswehr vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen“.

Richard Roßmanith spannte einen weiten Bogen von der russischen, völkerrechtswidrigen Annexion der Krim 2014 und der angespannten Situation in der Ostukraine über den Putschversuch 2016 in der Türkei, die weltweite islamistische Bedrohung und den transnationalen Terrorismus im Cyberraum bis hin zum Terroranschlag im Dezember vergangenen Jahres auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin, zum Brexit in Großbritannien und bis zum Programm des künftigen US-Präsidenten Donald Trump.

Auch über den Nato-Gipfel 2016 in Warschau, die Luftraumüberwachung im Baltikum und das neue Weißbuch zur Zukunft der Bundeswehr und der deutschen Sicherheitspolitik berichtete er.

„Wir stehen vor großen, gewaltigen Herausforderungen für die westliche und die deutsche Sicherheitspolitik“, sagte der Kenner der Weltsicherheitslage und der Deutschen Sicherheitspolitik auch angesichts der weltweiten Aufrüstung, der zerfallenden Staaten, des Klimawandels, der Pandemien, der Migrationsströme und des Radikalisierungspotenzials vieler Menschen. Die globalen Machtverhältnisse hätten sich geändert: „Macht verschiebt sich.“ Roßmanith sieht den Beginn einer neuen Ära, in der es um Expansion, um Einflusszonen und um nukleare Fragen gehe. Die Sicherheitslage für Europa habe sich drastisch verändert. Präsident Putin setze auf eine offensive Außenpolitik.

Kriegsverbrechen in Syrien: Die Weltgemeinschaft schaut zu

Ausführlich setzte sich der Generalleutnant jedoch mit der Destabilisierung im Jemen, der Lage im Irak und der Entwicklung des syrischen Bürgerkriegs, mit der russischen Intervention, auseinander. Hier ging er auf die Schlachten um Mossul und um Aleppo ein. Russland habe ein primäres Interesse in dieser Region. „Wir alle bezahlen heute den Preis für unser Nichtstun“, kritisierte Roßmanith das Zuschauen der Weltgemeinschaft zum Morden und zu den Kriegsverbrechen in Syrien in den vergangenen mehr als fünf Jahren. Die USA hätten mit angezogener Handbremse agiert. Man könne sich aus Konflikten jenseits der europäischen Grenzen nicht mehr heraushalten. Aktuell sei die Bundeswehr in 19 Einsätzen.

Mit dem Krieg in Syrien und dem Erstarken der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sei der Terror auf den europäischen Kontinent zurückgekehrt und eine Achse der Angst entstanden. „Die Bundeswehr wird wieder wachsen, zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung Deutschlands.“ Roßmanith plädierte für einen sehr restriktiven Umgang mit der Möglichkeit des Einsatzes von Streitkräften im Innern Deutschlands. Doch müsse die Terrorgefahr Anlass sein, das Sicherheitskonzept den Herausforderungen anzupassen: „Wenn wir die Welt nicht gestalten, dann gestaltet die Welt uns.“ Die Bundeswehr könne dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Zu dem Vortrag und dem anschließenden Neujahrsempfang im Casino hatten der Reservistenverband Ellwangen, die Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP), Sektion Ostwürttemberg und das Bundessprachenamt Süd eingeladen. Grußworte sprachen Gerhard Ziegelbauer (GSP), Wolfgang Banek (Bundessprachenamt) und Ralf Bodamer (Reservistenverband). Acht Gardisten der Bürgergarde Ellwangen standen am Eingang zum Olgasaal Spalier. Nach oben Zurück
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