Nr. 01/2016

Landesbereich IV

Hessen - Rheinland-Pfalz - Saarland

 

Sektion Idar - Oberstein
Sektionsleiter: Lars Kleine

 

"Mosel, Nahe, Saar und Rhein - schließen rings den Hunsrück ein"

So lernt es jedes Kind hier und so lässt sich wohl am besten die geografische Lage der Stadt Idar-Oberstein am Fuße dieses südwestdeutschen Mittelgebirges, das sich von Rheinland-Pfalz bis ins Saarland erstreckt, beschreiben. Idar-Oberstein, große kreisangehörige Stadt mit rund dreißigtausend Einwohnern im Landkreis Birkenfeld gelegen. Die Stadt ist das Ergebnis umfassender Verwaltungs- und Strukturreformen der Jahre 1933, 1969 und 1970. Die einzelnen Stadtteile mit ihren Einwohnern haben ihre eigene Identität bewahrt, wobei abgesehen von den städtisch geprägten Stadtteilen Oberstein, Idar und Tiefenstein meist ein eher dörflicher Charakter erhalten blieb. Idar-Oberstein ist durch mittelständige Betriebe geprägt und vor allem durch die Schmuck- und Edelsteinverarbeitung bekannt geworden. Die Orte Idar und Oberstein entwickelten sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts neben Pforzheim, Hanau und Schwäbisch Gmünd zu einem der vier wichtigsten Schmuckzentren Deutschlands. Man findet hier Edelsteine aus der ganzen Welt, aber Auslöser für den Edelsteinhandel waren die natürlichen Vorkommen in der Region: Achat, Jaspis und Bergkristall.

Idar-Oberstein ist aber auch bekannt als eine der einstmals größten Garnisonsstädte in der Bundesrepublik. Nach dem 2. Weltkrieg waren in der Klotzbergkaserne und in der Hohl-Kaserne zunächst französische Truppen stationiert, ab 1956 die Artillerieschule der Bundeswehr. Diese zog Ende der 1960er Jahre in die neue Rilchenbergkaserne (seit Dezember 2014 heißt diese Liegenschaft "Artillerieschule"). Hier – und zeitweise auch in Baumholder – erhielten Artilleristen aller Dienstgrade ihre militärische Aus- und Weiterbildung. Die Truppenreduzierungen machten aber auch vor der Edelstein- und Schmuckstadt nicht halt. Unter anderem verlor auch die ehemalige Artillerieschule ihre Eigenständigkeit und ist seit 01. Januar 2015 als "Ausbildungsbereich Streitkräftegemeinsame Taktische Feuerunterstützung/Indirektes Feuer" dem Ausbildungszentrum Munster unterstellt. MIt der Zuverlegung des Artillerielehrbataillons 345 aus Kusel befindet sich seit 2014 auch endlich wieder "Truppe" am Standort.

Es waren vor allem aktive und ehemalige Soldaten, die mit anderen interessierten Bürgern vor genau 38 Jahren die Sektion Idar-Oberstein der Gesellschaft für (Wehr- und) Sicherheitspolitik im Landesbereich IV gründeten.

Von Beginn an war die sicherheitspolitische Informationsarbeit durch die enge Zusammenarbeit mit den militärischen Dienststellen vor Ort geprägt. Ganz im Sinne der Kooperationsvereinbarung zwischen Gesellschaft und Bundeswehr wurden in den letzten Jahren und werden auch zukünftig die Veranstaltungen der Sektion stets in Abstimmung mit der Leitung des Ausbildungsbereichs vorbereitet und durchgeführt. Diese Informationsveranstaltungen erfolgen zumeist im ersten und vierten Quartal eines Jahres im Rahmen der so genannten "Wintervortragsreihe". Dabei treten Bundeswehr und GSP gemeinsam als Einladende und Veranstalter auf. Die abendlichen Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen finden in der Artillerieschule (neue Bezeichnung der ehemaligen Rilchenberg-Kaserne) statt. Da Informationsveranstaltungen der GSP grundsätzlich öffentlich sind, haben alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, nach vorheriger Anmeldung und Durchführung der üblichen Modalitäten für Kasernenbesucher, an den Wintervorträgen teilzunehmen.

General Hans-Lothar Domröse, Oberbefehlshaber des Allied Joint Force Command Brunssum beim gemeinsamen Wintervortrag an der Artillerieschule - Foto: GSP

Unsere Sektion profitiert bei dieser Art der Kooperation von der "Zugkraft" einer der ältesten und einstmals größten Ausbildungseinrichtung des Heeres bei der Gewinnung von Referenten, auch hinsichtlich der Besucherzahlen. So konnten als Referenten der Vortragsreihe 2014/2015 u.a. General Domröse und General a.D. Schuwirth gewonnen werden.

Einige dieser "hochkarätigen" Vortragenden haben selbst als Artilleristen Anteile ihrer militärischen Ausbildung in Idar-Oberstein absolviert. Darüber hinaus punktet die Artillerieschule mit ihrer für diese Form von Veranstaltungen optimalen Infrastruktur. In einem modernen Ausbil-dungsgebäude finden im großen Vortragssaal über dreihundert Zuhörer Platz. Die Sektion wiederum trägt einen Teil der Honorarkosten für zivile Referenten. Ihre Mitglieder und Besucher sind darüber hinaus willkommene Multiplikatoren. Also eine klassische "Win-win-Situation" für Bundeswehr und die Sektion Idar-Oberstein.

Also alles gut in Idar-Oberstein? Nicht ganz. Die Mitgliederzahl der Sektion stagniert seit mehr als zehn Jahren bei rund zwanzig Angehörigen. Das Durschschnittsalter der Mitglieder liegt darüber hinaus bei rund siebzig Jahren. So wie bei vielen anderen Vereinen auch, scheint es immer schwieriger zu werden, neue Mitglieder zu werben. Gründe dafür können sein: Das Informationsangebot der Gesellschaft steht Mitgliedern wie Nichtmitgliedern zunächst gleichermaßen zur Verfügung. Eine weitere mögliche Ursache ist offensichtlich die soeben beschriebene erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Ausbildungsbereich. Denn natürlich handelt es sich bei den so genannten Wintervorträgen in der öffentlichen Wahrnehmung vornehmlich um Veranstaltungen der Bundeswehr.

Hieraus ergab sich von je her die Herausforderung, ein eigenes Profil zu entwickeln, das Interessierte ggf. dazu bewegt, Mitglied in der hiesigen Sektion zu werden. Hier vor Ort ein schwieriges Unterfangen. Vor rund zehn Jahren gab es entsprechende Bemühungen, eigene Veranstaltungen zu organisieren und anzubieten. Die Ergebnisse waren auch nach mehreren Versuchen, gemessen an den Teilnehmerzahlen, gelinde gesagt, ernüchternd. Trotz vorbildlicher Unterstützung durch Landesverband und Bundesgeschäftsstelle und trotz enger Kooperation z.B. mit der hervorragend vernetzten Kreisgeschäftsstelle des Reservistenverbandes, konnte die Situation nicht wesentlich verbessert werden. So wurden damals beispielsweise sechshundertfünfzig Einladungen versandt, um letztendlich zwanzig Teilnehmer bei einer Vortragsveranstaltung zu begrüßen. In der abschließenden Bewertung ein für alle Beteiligten unangemessen hoher organisatorischer Aufwand.

Fazit: Für die Sektion Idar-Oberstein bietet in der jetzigen Situation die Kooperation mit der Bundeswehr die besten Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche si-cherheitspolitische Bildungsarbeit. Bleibt zu hoffen, dass eine solche, für beide Seiten gewinn-bringende, Zusammenarbeit auch zukünftig möglich sein wird.

Lars Kleine
In eigener redaktioneller Verantwortung

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