Nr. 05/2015

Landesbereich V

Baden - Württemberg

 

Wechsel des Landesvorsitzes in Baden-Württemberg

Mit der Leitung des Sicherheitspolitischen Kongresses in Stuttgart zur Zukunft des Engagements der Bundeswehr endete am 11. Oktober 2014 die Amtszeit von Brigadegeneral a.D. Wolfgang Kopp als Landesvorsitzender Baden – Württemberg der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. Aus gesundheitlichen Gründen sah er sich nicht mehr in der Lage, den Landesvorsitz fortzuführen.

Am Rande des Kongresses wurde in einer kurzen Landesbereichsversammlung der bisherige Stellvertreter und Sektionsleiter Stuttgart, Oberstleutnant d.R. Jochen Griesinger zum neuen Landesvorsitzenden gewählt.

Am 6. Februar 2015 wurde Wolfgang Kopp in feierlichem Rahmen von GSP-Präsidentin Ulrike Merten und den Sektionsleitern des Landesbereichs verabschiedet.

Jochen Griesinger 2014 - Foto: G.- H. Haverbusch

Die Präsidentin dankte Brigadegeneral a. D. Wolfgang Kopp für sein langjähriges Engagement und übergab ihm ein Geschenk. In ihrer Laudatio würdigte sie seine erfolgreiche Arbeit. Mit den Kongressen in Karlsruhe, später Baden-Baden und zuletzt in Stuttgart, sowie den internationalen Kongressen beim Eurokorps in Straßburg und am Bodensee wurden von ihm neue Wege der sicherheitspolitischen Arbeit eingeschlagen. Er knüpfte zahlreiche Kooperationen mit anderen sicherheitspolitischen Bildungsträgern. Dies nicht nur innerhalb Baden-Württembergs, sondern mit bemerkenswertem Erfolg pflegte er eine enge Zusammenarbeit mit ähnlichen Organisationen in den angrenzenden europäischen Nachbarländern Frankreich, Österreich und der Schweiz. Seine Vorschläge, Anregungen und Hinweise, verbunden mit seiner durchaus kritischen Lagebeurteilung waren und sind für die Gesellschaft und den künftigen Auf- und Ausbau der Sektionen sowie des Landesbereichs wegweisend.

Sektionsleiterwechsel in Ulm

Neben dem Wechsel an der Spitze hatte der Landesbereichs V eine weitere Veränderung zu verzeichnen. Bei der Sektion Ulm übergab Oberstleutnant a.D. Gert Mack den Staffelstab an den „Jungpensionär“ Oberstleutnant a.D. Wolfgang Goetze.

Gert Mack zählt zu den Urgesteinen unserer Vereinigung. Über ein Jahrzehnt war der Panzer-mann als engagierter „Einzelkämpfer“ unterwegs. Dem Leitbild der GfW/GSP entsprechend, organisierte und leitete er für seine Sektionsmitglieder und alle sicherheitspolitisch interessierte Gäste Vorträge, Truppen- und Firmenbesuche. Er vermittelte Sicherheitspolitik in allen Facetten. Präsidentin Ulrike Merten sprach ihm für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement Dank und Anerkennung aus und verabschiedete ihn mit einem kleinen Präsent aus seinem Amt. Wolfgang Goetze wünschte Sie eine glückliche Hand und viel Schaffenskraft bei der Bewältigung der mit dem fordernden Ehrenamt verbundenen Herausforderungen.

Sektion Ostwürttemberg
Sektionsleiter: Gerhard Ziegelbauer

Wintervortag in der Reinhardt-Kaserne Ellwangen

Im Rahmen der Wintervorträge bei der Bundeswehr am Standort Ellwangen referierte kürzlich GSP-Vizepräsident Generalleutnant a.D. Kersten Lahl über "Mythen und Herausforderungen deutscher Sicherheitspolitik" im Olga-Saal der Reinhardt-Kaserne.

Den Wintervorträgen, die seit Jahren von der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V. - Sektion Ostwürttemberg in bewährter Kooperation mit dem Reservistenverband und dem Standortältesten des Bundeswehrstandorts Ellwangen veranstaltet werden, drohte mit der signifikanten Reduzierung der Soldaten am Standort von einstmals 1200 Dienstposten auf Zugstärke das Aus. Umso erfreuter nahm man zur Kenntnis, dass Regierungsdirektor Wolfgang Banek, der Leiter des Sprachenzentrums, bei seiner Begrüßung der rund 80 Zuhörer die Erhaltung dieser Vortragsreihe versprach.

Der Sektionsleiter der GSP Ostwürttemberg, Gerhard Ziegelbauer stellte in einer Zusammenfassung die Laufbahn von Generalleutnant a.D. Kersten Lahl vor.

Generalleutnant a.D. Kersten Lahl mit den Veranstaltern der Wintervorträge: (von links) Wolfgang Banek, Kersten Lahl, Gerhard Ziegelbauer, Standortältester Oberstleutnant Ralf Röttger. (Foto: Gerhard Königer)

In seiner umfassenden sicherheitspolitischen Betrachtung führte Lahl die Bedrohungen der Bundesrepublik auf. Mit Sorge betrachtete er die Krisenherde in Afrika, Nahost und der Ukraine. Im Osten die Ereignisse in der Ukraine durch eine offenbar auf Aggression und Konfrontation ausgerichtete russische Außenpolitik. Im Süden der arabische Raum mit seinem so dramatischen wie komplizierten Turbulenzen, insbesondere den unvorstellbaren brutalen Vormarsch der extremen Islamisten.

Weitere Bedrohungen, so Lahl, gingen vom Zerfall fragiler Staaten und der damit einhergehenden Migrationswelle aus. Als weitere Risiken nannte er die zunehmende Proliferation von Atomwaffen sowie die Gefährdungen im Cyber-Raum.

Diese Bedrohungen und Entwicklungen seien allein militärisch nicht beherrschbar. Ihnen könne nur mit einer Bündelung aller Kräfte und mit gemeinsamen und langfristigen angelegten Lösungsansätzen begegnet werden, betonte der General. „Wir stehen mitten in einer Zeitenwende“, so Lahl. Ein ‚Weiter so‘ reiche nicht aus. Mit der bisherigen Tagespolitik werde nur reagiert aber nicht agiert. Jetzt sei aber weit mehr als das übliche Krisenmanagement nötig. Der Blick müsse nach vorne gerichtet werden, appellierte der Referent. Die Landes- und Bündnisverteidigung ist stärker zu gewichten, defensiv aber konsequent. "Abschreckung ohne Verteidigungswillen sei unwirksam".

In diesem Zusammenhang kritisierte Lahl auch das Fehlen einer EU-weiten Sicherheitsstrategie. Das Bild der „Europäer in festem Zusammenhalt“ verwies er in das Reich der gefährlichen Mythen. Tatsächlich verfolgten die einzelnen EU-Staaten sehr unterschiedliche Ziele, die Streitkräfteplanung müsste viel besser aufeinander abgestimmt werden. Gleiches gelte für die Rüstungsexportpolitik. „Wir brauchen den Konsens, ein demokratischer Schulterschluss ist ein Mehrwert an sich“, sagte Lahl und sprach damit auch die transatlantische Zusammenarbeit an.

GSP-Sektionsleiter Gerhard Ziegelbauer bedankte sich beim Referenten für die Ausführungen und gab einen Ausblick auf die weitere Veranstaltungsplanung bis 2016. Als Referenten konnten unter anderem Dr. Kinan Jaeger, Lehrbeauftragter der Universität Bonn gewonnen werden, der zum Thema "Chaos in Nahost" sprechen wird sowie Brigadegeneral a.D. Hans-Christoph Ammon, von dem höchst interessante Informationen über seine mehrjährige Tätigkeit in Indien zu erwarten sein werden.

Jochen Griesinger
Landesvorsitzender V
In eigener redaktioneller Verantwortung

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