Nr. 11/2017

Landesbereich VI

Bayern

 

2017 wechselte im Landesbereich Bayern die Führung. Brigadegeneral a.D. H.-G. Schmidt übergab den Vorsitz an Oberst d.R. Dipl.- Ing. (univ.) Dietmar Paun.

Der Führungswechsel fällt in eine für die GSP nicht leichte Zeit. Die GSP entwickelte sich jahrzehntelang positiv und erwarb sich einen guten Ruf. Heute ist es schwieriger geworden, sicherheitspolitische Öffentlichkeitsarbeit zu machen. Die Verkleinerung der Bundeswehr mit Standortschließungen zwang manche Sektion zur Auflösung, so dass ich jetzt mit elf Sektionen ins neue Jahr starten kann.

Problematisch ist auch die Altersstruktur unserer Mitgliedschaft. In den Sektionen ist es schwer, die jüngere Generation zur ehrenamtlich Mitarbeit zu motivieren und Führungsfunktionen zu übernehmen. Dies ist eigentlich erstaunlich, weil sich bei den Vortragsveranstaltungen jüngere Zuhörer finden, die zur Mitgliedschaft in der GSP bereit sind. Das ist eine Herausforderung für die GSP, nicht nur in Bayern.

In der dieser Zeit, in der Politiker in Rundfunk und Fernsehen sowie namhafte Autoren in Printmedien immer wieder von einer aus den Fugen geratenen Welt sprechen und schreiben, ist die Arbeit unserer Gesellschaft gerade sehr wichtig.

Ungeachtet der skizierten Problematik orientiert sich der Landesverband VI am Auftrag der GSP, die Vermittlung eines umfassenden sicherheitspolitischen Verständnisses in der Bevölkerung zur eigenständigen Meinungsbildung und Mitgestaltung durch ehrenamtliche, schwerpunktorientierte Öffentlichkeitsarbeit . Hierbei streben wir Kooperationen mit anderen Organisationen und Verbänden, die sich der Vermittlung sicherheitspolitischer Themen verschrieben haben, verstärkt an.

„Leuchtturmprojekte“

In derzeit drei im Landesbereich durchgeführten „Leuchtturmprojekten“ bewähren sich Kooperationen in besonderer Weise. Als erste sei hier die „Nürnberger Sicherheitstagung“ als älteste gemeinsame sicherheitspolitische Veranstaltung dieser ihrer Art in Bayern genannt. Träger dieser zweitägigen Vortragsveranstaltung sind neben der GSP der Verband der Reservisten der Bundeswehr, der Deutsche BundeswehrVerband, die Deutsch Atlantische Gesellschaft, die Clausewitz-Gesellschaft, die Friedrich-Naumann Stiftung für die Freiheit sowie die Thomas Dehler Stiftung und die Nürnberger Zeitung.

Das diesjährige Thema befasste sich mit dem hochaktuellen transatlantischen Thema „Europa und die USA unter Präsident Trump“. Unter der Leitung von Hildebrecht Braun MdB a.D. und der Moderation von Generalleutnant a.D. Klaus Marzi traten u.a. der ehemalige Generalinspekteur und Vorsitzende des Militärausschusses der NATO, General a.D. Klaus Naumann zu dem Thema auf: Ist die NATO in einer Welt aus allen Fugen noch die richtige Antwort. Prof. Dr. Johannes Varwick, Vizepräsident der GSP sprach zu dem Thema: Zukunft der NATO – Hat die NATO mit Trump noch eine Zukunft. Weitere Referenten waren Cecille Prinzbach, die zu den unmittelbar vor der Tagung durchgeführten französischen Wahlen Stellung nahm. Oberst i.G. Peter Kallert hatte sich dem Thema gewidmet: Die gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Europäischen Union – Wunsch oder Wirklichkeit. Prof. Dr. Frank Hoffmeister referierte zu dem Thema: Freier Handel für Europa – Zollschranken für die USA? Warum Linke, Grüne und AfD gemeinsam mit Trump den Ast absägen, auf dem wir sitzen. Dr. Holger Januschfagte: Was bedeutet der Wandel der Prioritäten in den USA für Europa und die USA? Zum Thema: Neuausrichtung der Beziehungen zwischen Europa und den USA – weltweite Auswirkungen der Präsidentenwahl in den USA, nahmen Prof. Dr. Sven Gareis und Prof. Dr. Rhodes vom George C. Marshall Center in der abschließenden Podiumsdiskussion Stellung. Den Festvortrag zum Thema Europas Rolle in der Weltunordnung hielt Prof. Dr. Ursula Münch.

Europa auf dem Weg zu mehr gemeinsamer Verantwortung in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik war das Thema des DialogForums Sicherheitspolitik in München. Veranstalter waren wiederum der Reservistenverband, die Thomas-Dehler Stiftung, die Friedrich-Naumann Stiftung und die GSP. Kooperationspartner waren zudem die Arbeitsgemeinschaft der Reservisten-, Soldaten- u. Traditionsverbände in Bayern e.V. (ARST) , die Gesellschaft für politische Bildung, der Bundesverband Sicherheitspolitik an Hochschulen, der Regionalkreis Bayern der Clausewitz-Gesellschaft, der BundeswehrVerband (Süddeutschland), die Hans Seidel Stiftung, die Georg-von-Volkmar Akademie, die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Deutsche Gesellschaft für Außenpolitik, Forum München.

Als dritte Landesveranstaltung fand der Augsburger Sicherheitsdialog statt. Diese von drei Kooperationspartnern, der GSP--Sektion Augsburg-Lechfeld, 50 Prozent, dem Reservistenverband – Bezirk Schwaben, 25 Prozent, und dem Verein Augsburg International, 25 Prozent, getragene Veranstaltung wurde 2015 mit einem neuen Veranstaltungsformat - bisher sehr erfolgreich - ins Leben gerufen. Dabei sollen jeweils Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik im nationalen wie internationalen Zusammenhand diskutiert werden. Ausgewiesene Experten beleuchten dabei brisante Themen von allen Seiten und stellen sich ausführlich den Teilnehmern zum Gespräch. Bisherige Themen waren: ‚Der Nahe und Mittlere Osten – Ein Gordischer Knoten mit Brisanz! ‚und ‚Ukraine – Einzelfall oder Blaupause‘.

vl. Moderator Rainer Bonhorst, ehemaliger Chefredakteur der 'Augsburger Allgemeine',Journalist und Buchautor Boris Reitschuster, Professor emer. Dr. Hannes Adomeit, Jörn Brauns, Historiker und freier Journalist für Sicherheitspolitik sowie Brigadegeneral Reiner Schwalb, deutscher Verteidigungsattaché in Moskau – Foto: GSP

Mit den Veranstaltungsformaten soll die Bevölkerung, aber auch Schulen, für sicherheitspolitischen Themen interessiert werden. Darüber hinaus stehen die Sektionen aber auch in der Informationspflicht ihren Mitgliedern gegenüber. Mit der Aussetzung der Wehrpflicht ist die Bindung der Streitkräfte in unsere Gesellschaft und unseren Staat hinein nicht einfacher geworden. Damit ist die GSP gefragt. Sie kann sich als Medium für z.B. sicherheitspolitische Weiterbildung in alle Gesellschaftsschichten einbringen. Profitieren kann hiervon auch die Bundeswehr.

Bei Vorträgen, die der politischen Weiterbildung dienen, ist die Präsenz von Soldaten leider rückläufig. Als Begründung dient die Soldatenarbeitszeitverordnung, die Arbeitszeitregelungen mit Dienstzeitausgleich vorschreibt. Ziel der verteidigungspolitisch Verantwortlichen, aber auch der militärischen Führer müsste es vielmehr sein, sich die GSP mehr nützlich zu machen.

Dietmar Paun
Landesvorsitzender VI
In eigener redaktioneller Verantwortung

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