Nr. 12/2016

Landesbereich V

Baden - Württemberg

 

4. Sicherheitspolitischer Bodenseekongress in Konstanz

Am 16. April 2016 fand im Landratsamt Konstanz zum vierten Mal der „Sicherheitspolitische Bodenseekongress“ statt. Das übergreifende Motto lautete: „Zukünftige Aspekte der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik“ mit dem Tagesthema: „Innere Sicherheit = Stabilität? Aktuelle Herausforderungen durch Flüchtlinge und Terror“.

Zu dieser Gemeinschaftsveranstaltung wurde durch die Offiziergesellschaft Vorarlberg Bregenz, die Kantonale Offiziersgesellschaft Thurgau sowie den GSP Landesbereich Baden-Württemberg eingeladen.

GSP-Präsidentin Ulrike Merten fragt nach – Foto: GSP

Die Referenten, Persönlichkeiten mit ausgewiesener sicherheitspolitischer Expertise, stellten mit ihren Statements die sicherheitspolitische Lage aus Sicht von D-A-CH dar. Im Rahmen der Podiumsdiskussion wurde das Tagesthema nachhaltig erörtert.

Nahezu 150 Teilnehmer bestätigten die Erfahrung aus den vergangenen Jahren, dass diese sicherheitspolitischen Drei-Länder-Veranstaltung, trotz unterschiedlicher Ausgangslagen der Bodenseeanrainer, eine unverzichtbare Informationsmöglichkeit darstellt.

Sektion Ostwürttemberg
Sektionsleiter: Gerhard Ziegelbauer

 

Informationsbesuch beim AusbZSpezlOp in Pfullendorf

Das Ausbildungszentrum Spezielle Operationen mit Sitz in der Staufer-Kaserne im oberschwäbischen Pfullendorf war das Ziel der GSP Ostwürttemberg unter der Leitung von Sektionsleiter Gerhard Ziegelbauer.

Der Kommandeur Oberst Thomas Schmidt empfing die Gäste. Er begrüßte die GSP die der Einladung des Kommandos erneut nachgekommen waren, nachdem man bereits im Jahre 2015 den Standort besucht hatte.

Im Übungszentrum hielt Oberstleutnant Danek einen interessanten Vortrag über die Ausbildung der Soldaten. Das Üben realer Einsatzsituationen erfolgt auf der Basis von Computersimulationen. An der Ausbildung nehmen auch Soldaten anderer Nato-Staaten teil.

Nach dem Briefing konnte die Besuchergruppe die Schießausbildung hautnah miterleben.

Sektion Ostwürttemberg zu Gast beim AusbZSpezlOp in Pfullendorf - Foto: AusbZSpezlOp

Sektion Heidelberg
Sektionsleiter: Oberst d.R. Dr. Heinz Neubauer

 

Am letzten Juli-Samstag besuchten 80 Gäste USAREUR in der Lucius D. Clay-Kaserne in Wiesbaden-Erbenheim. Dazu hatten die acht GSP-Sektionen in Baden-Württemberg und die regional zuständigen Jugendoffiziere der Bundeswehr eingeladen.

Neben Mitgliedern und Gästen waren auch Freunde der GSP aus dem benachbarten Österreich, der Schweiz und Frankreich der Einladung gefolgt.

Absicht war es, den Teilnehmern einen tiefen Einblick in die Aktivitäten und Erfahrungen von USAREUR zu vermitteln; die NATO hat in Folge der NATO-Gipfel in Wales (2014) und Warschau (2016) die gemeinsamen Übungen mit den europäischen NATO-Partnern gegenüber der Zeit vor der Krimannexion mehr als verdreifacht.

Interoperabilität heißt das Stichwort, werden doch alle NATO-Operationen nicht im nationalen Alleingang, sondern immer mit den Partnern geplant, durchgeführt und ausgewertet. Das hat sich durch die Akzentverschiebung von Stabilisierungsoperationen (Beispiel ISAF / RSM) zur Bündnisverteidigung (NATO Readiness Action Plan) nicht geändert. Allerdings gilt es wieder Prozeduren und Abläufe zu üben, um im Bündnisgebiet Verlegefähigkeiten über strategische Entfernungen, die präzise Arbeitsteilung zwischen zeitweilig präsenten NATO-Truppenteilen und den aufnehmenden Ländern - ‚host nations‘ – sowie die taktische Zusammenarbeit von Truppenteilen vor Ort sicherzustellen.

Gruppenfoto vom GSP-Besuch bei USAREUR.- Foto: Peter Mock/USAREUR

Das erste Beispiel einer besonderen Qualität von Zusammenarbeit war der Gastgeber des Besuches, der (deutsche) Brigadegeneral Markus Laubenthal, der seit zwei Jahren als Chef des Stabes USAREUR dient. Also: ein deutscher Offizier steuert die Stabsaktivitäten eines U.S. amerikanischen Heereskommandos, welches national für 51 Länder in Europa inklusive von Anteilen in Asien und Nahost verantwortlich ist. Er ist zu 360o in die Command Group unter dem Befehl von U.S. Generalleutnant Ben Hodges integriert, nicht nur im Tagesgeschäft, sondern er beurteilt jährlich alle Offiziere im Dienstgrad Oberst des Kommandos.

Nach dem ‚military lunch‘ im „Cafe Europe“ ging es zunächst in das Museum von USAREUR, in dem die Teilnehmer die amerikanische Präsenz in Europa seit 1917/19 sowie ab 1944 Revue passieren ließen. Anschließend wurde das „Allerheiligste“, die Operationszentrale (OPZ) besucht. Hier wird 24/7 365 Tage im Jahr das Weltgeschehen verfolgt, sofern es den Zuständigkeitsbereich USAREUR betrifft. Hier können an 130 Bildschirm-Arbeitsplätzen alle technischen Kommunikationsmöglichkeiten zur Lagefeststellung, zur Entscheidungsfindung und zur Umsetzung genutzt werden; donnerstags routinemäßig für den Commanding General und immer bei Bedarf, also wenn der ‚battle captain‘ die unterschiedlichsten Teilnehmerkreise einberuft. – Die diensthabende Schicht schilderte die Abläufe auch an Hand des jüngsten Putsch-Geschehens in der Türkei.

Schließlich unterrichtete General Laubenthal, im Dialog mit der Besuchergruppe, in einem der Seminarräume ausführlich über das seit 2014 intensivierte Übungsgeschehen des U.S. amerikanischen Heeres, vor allem an der Ost- aber zunehmend auch an der Südostgrenze des NATO-Bündnisgebietes gemäß des verbindenden Slogans: Forward – Responsive – Engaged. Dreh- und Angelpunkt ist dabei die Stärkung des gegenseitigen Vertrauens in die interoperablen militärischen Fähigkeiten, in das Verständnis der Gesellschaften in den Stationierungs- wie Gastländern und in das gegenseitige Beistandsversprechen nach Artikel V des NATO-Vertrages. Ein filmischer Rückblick auf die gerade zu Ende gegangene Übung ANAKONDA’16 in Polen, an der 15.000 amerikanische und 16.000 europäische NATO-Soldaten aus 24 Ländern teilnahmen mit Verlegung, Einsatz und Versorgung, beendete das Informationsangebot. Alle diese Aktivitäten und Details verdeutlichen, wie neben dem Dialogangebot an Präsident Putin glaubwürdige Abschreckung für die NATO zusammengehören.

Mit der Danksagung durch den GSP-Landesvorsitzenden Jochen Griesinger und der Überreichung des GSP-Wappenschildes durch den GSP-Vizepräsidenten Dr. Heinz Neubauer an General Laubenthal wurde dieser informative Besuch bei USAREUR beendet.

Jochen Griesinger
Landesvorsitzender V
In eigener redaktioneller Verantwortung

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